Mini-Atomkraftwerke, RWE-Chef

Mini-Atomkraftwerke? RWE-Chef Krebber ist skeptisch

02.03.2026 - 14:00:38 | dpa.de

Der Chef von Deutschlands grĂ¶ĂŸtem Stromerzeuger RWE DE0007037129, Markus Krebber, hĂ€lt Investitionen in kleine Atomreaktoren (SMR) derzeit fĂŒr wirtschaftlich nicht vertretbar.

"Wir sind ein technologieoffenes Unternehmen und beobachten alle Technologien, auch SMRs. Ob und wann diese Technologie kommerziell ausgereift sein wird, kann heute noch niemand sagen", sagte er dem Newsletter Energie & Klima des Nachrichtenportals Politico. "Stand jetzt ist eine Investition fĂŒr ein privatwirtschaftliches Unternehmen in SMRs nicht darstellbar."

Nach derzeitigem Stand gebe es keinen einzigen Zulieferer weltweit, der eine Bauzeit zusagen und zu fest vereinbarten Kosten anbieten wĂŒrde, erklĂ€rte der RWE-Chef. "So ein Investitionsrisiko sind wir als privates Unternehmen nicht bereit zu ĂŒbernehmen." Überzogene Hoffnungen wies Krebber zurĂŒck: "SMRs sind definitiv nicht die Lösung, die ĂŒber Nacht alle Probleme löst."

SMR sind deutlich kleiner als herkömmliche Atomkraftwerke

SMR ist die AbkĂŒrzung fĂŒr den englischen Begriff "small modular reactor", zu Deutsch: kleiner modularer Reaktor. Sie wird verwendet fĂŒr Atomreaktoren, die eine deutlich geringere Leistung haben als herkömmliche Anlagen und deren Komponenten in einer Fabrik in Serie gefertigt werden. Die Internationale Atomenergie-Organisation IAEO bezeichnet Reaktoren mit einer Leistung von maximal 300 Megawatt als SMRs. Übliche konventionelle Kernkraftwerke haben eine Leistung von ĂŒber 1000 Megawatt.

Die EuropĂ€ische Kommission will noch in diesem Jahr eine EU-weite Strategie fĂŒr den Einsatz von SMRs veröffentlichen. Sie soll die SMR-Entwicklung in Europa in den nĂ€chsten zehn Jahren beschleunigen. Die Reaktoren sollen beim Erreichen der KlimaneutralitĂ€t helfen.

Bundesbehörde warnt vor neuen, hochradioaktiven AbfÀlle

Das Bundesamt fĂŒr die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (Base) sieht die PlĂ€ne kritisch. Bei SMR gebe es eine ganze Reihe an ungeklĂ€rten Sicherheitsfragen, hatte die Behörde im Dezember erklĂ€rt. "Viele SMR produzieren neuartige radioaktive AbfĂ€lle, fĂŒr die es heute keine Entsorgungslösung gibt", erklĂ€rte Base-PrĂ€sident Christian KĂŒhn seinerzeit.

Weniger zurĂŒckhaltend in Sachen SMR-Technologie als RWE ist der Energiekonzern Uniper DE000UNSE018. In Schweden ist er zusammen mit anderen Unternehmen und der technischen UniversitĂ€t Stockholm am Aufbau einer Einrichtung zur Erforschung der Technologie beteiligt. Sie befindet sich auf dem GelĂ€nde des Kernkraftwerks Oskarshamn, an dem Uniper die Mehrheit besitzt.

In der Politik hatte sich zuletzt die CSU-Landesgruppe im Bundestag fĂŒr SMRs starkgemacht. Im Januar sprach sie sich dafĂŒr aus, Mini-Kernkraftwerke in Deutschland einzufĂŒhren - fĂŒr eine "kostengĂŒnstige Energiegewinnung".

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