BASF gerĂ€t immer stĂ€rker unter Druck - Schwache Zahlen fĂŒr 2023
19.01.2024 - 08:54:01 | dpa.deIm abgelaufenen Jahr blieben Umsatz und Gewinn deutlich hinter den eigenen und den Erwartungen von Experten zurĂŒck, wie der Konzern ĂŒberraschend am Freitag mit vorlĂ€ufigen Zahlen einrĂ€umen musste. Die Ludwigshafener machten zwar unter dem Strich wieder Gewinn nach einem Verlust ein Jahr zuvor. 2022 musste der Konzern wegen des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine milliardenschwere Abschreibungen auf Ăl- und GasgeschĂ€fte der Tochter Wintershall Dea vornehmen. Die BASF-Aktie fiel am Freitag vorbörslich leicht.
GegenĂŒber dem Xetra-Kurs vom Vorabend verlor sie auf der Handelsplattform Tradegate in einem fester erwarteten Markt 0,8 Prozent. Das Papier hat seit dem Kriegsbeginn vor fast zwei Jahren deutlich Federn lassen mĂŒssen, unter anderem der Preisschub fĂŒr Gas und Energie traf das Chemieunternehmen hart. Die weltweite Konjunkturflaute bremst zudem die Nachfrage nach Produkten des Konzerns, die als Grundstoff in vielen GĂŒtern stecken. Der Kurs der Aktie lag im Februar 2022 noch fast bei 70 Euro, davon ausgehend hat er bis dato mehr als ein Drittel eingebĂŒĂt.
Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie vor SondereinflĂŒssen brach 2023 mit voraussichtlich 3,8 Milliarden Euro um 45 Prozent ein. Der RĂŒckgang gegenĂŒber dem Vorjahr sei auf umsatzbedingt niedrigere Margen zurĂŒckzufĂŒhren. Der bisher erreichte Fixkostenabbau habe dies nicht auffangen können, hieĂ es weiter. Mit dem Ergebnis verfehlte BASF seine ausgegebenen Jahresziele: Zuletzt wurde vom scheidenden Chef Martin BrudermĂŒller noch Ende Oktober das untere Ende der Prognosespanne von 4,0 bis 4,4 Milliarden Euro anvisiert. Im Juli hatte BASF wegen der schwachen MĂ€rkte seinen Ausblick bereits deutlich gesenkt.
Analysten hatten sich ebenfalls etwas mehr Ergebnis ausgerechnet. Vor allem die ChemiegeschĂ€fte enttĂ€uschten, unter anderem wegen der ungeplanten Abstellung von Anlagen, wie es vom Konzern hieĂ.
Beim Umsatz zeigte sich das gleiche Bild: 2023 schaffte BASF den Angaben zufolge 68,9 Milliarden Euro - das ist ein RĂŒckgang um gut ein FĂŒnftel. Die eigene Prognose und die von Analysten wurde hier ebenfalls verfehlt. BASF hatte noch einen Wert von 73 Milliarden Euro am unteren Ende der Bandbreite in Aussicht gestellt.
Mit den Zahlen zum dritten Quartal Ende Oktober hatte das Management bereits angekĂŒndigt, die Kosten in den kommenden Jahren noch stĂ€rker eindampfen zu wollen als zuvor geplant. Schon im Jahr 2023 hat BASF nach frĂŒheren Angaben rund eine Milliarde Euro weniger in Sachanlagen investiert als zunĂ€chst vorgesehen. Auch in den vier Jahren bis 2027 sollen es drei Milliarden Euro weniger sein als ursprĂŒnglich geplant. Zudem sollen die Kosten bis Ende 2026 insgesamt um rund 1,1 Milliarden Euro gesenkt werden. Schwerpunkt ist dabei Europa.
BASF hat im Dezember den lange in Aussicht gestellten Verkauf von Wintershall Dea zu einem Unternehmenswert inklusive Schulden von 11,2 Milliarden US-Dollar (10,3 Mrd Euro) angekĂŒndigt, der im vierten Quartal dieses Jahres vollzogen werden soll. Zudem will der Konzern das Agrar- und BatteriegeschĂ€ft auslagern.
Unter dem Strich dĂŒrfte fĂŒr 2023 ein Gewinn von voraussichtlich 225 Millionen Euro ĂŒbrigbleiben, wie der Konzern weiter angab. Ein Jahr zuvor hatte BASF noch 627 Millionen Euro Verlust gemacht, vor allem wegen der Abschreibungen auf die GeschĂ€fte mit Russlandbezug von Wintershall Dea in Höhe von 6,5 Milliarden Euro. Auch mit dem Nettogewinn verfehlte BASF die SchĂ€tzungen von Analysten am Kapitalmarkt.
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