ROUNDUPHöhere, Preise

Brenntag legt deutlich zu - Aktie gibt etwas nach

Veröffentlicht am: 12.08.2026 um 12:16 Uhr | dpa.de

Der ChemikalienhÀndler Brenntag DE000A1DAHH0 hat im zweiten Quartal vor allem dank höherer Preise zugelegt.

Umsatz und Ergebnisse stiegen deutlich. An seinem am Freitag erneut erhöhten Gewinnziel fĂŒr das laufende Jahr hielt das Unternehmen am Mittwoch fest. Zudem fiel das Ergebnis des zweiten Quartals etwas höher aus als der vorlĂ€ufige Wert. Die Brenntag-Aktie gab bis zur Mittagszeit dennoch um gut ein Prozent nach.

Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz im Jahresvergleich um gut zehn Prozent auf knapp 4,3 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern in Essen mitteilte. Unter dem Strich entfiel auf die AktionÀre ein Gewinn von 179 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte Brenntag hier 42 Millionen Euro ausgewiesen.

FĂŒr Chetan Udeshi von der US-Bank JPMorgan fielen die Resultate stark aus und lagen nahe an den durchschnittlichen Markterwartungen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) des ChemikalienhĂ€ndlers habe vom Konflikt im Nahen Osten profitiert und Brenntag habe höhere Verkaufspreise erzielt, schrieb der Experte.

"Auch wenn der Blick nach vorn weiterhin eingeschrÀnkt ist und makroökonomische Unsicherheiten bestehen bleiben, sind wir hinsichtlich der Richtung der GeschÀftsentwicklung zuversichtlich", sagte Unternehmenschef Jens Birgersson. Brenntag setze weiterhin auf Disziplin und FlexibilitÀt im GeschÀft sowie Sicherung der RentabilitÀt, wÀhrend sich die VisibilitÀt verbessere.

FĂŒr 2026 peilt die Brenntag-Spitze aufgrund eines guten Starts in das dritte Quartal einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (operatives Ebitda) von 1,35 bis 1,45 Milliarden Euro an. Analysten rechnen im Schnitt hier mit 1,38 Milliarden Euro - nach einem RĂŒckgang um knapp 9 Prozent auf 1,29 Milliarden Euro im Jahr 2025. Im zweiten Quartal steigerte der Konzern das operative Ergebnis um fast 39 Prozent auf 463 Millionen Euro. Zum Plus trug auch der Sparkurs des Unternehmens bei.

Noch zu Jahresbeginn hatte Brenntag unter den Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten gelitten. Umsatz und operatives Ergebnis gingen im ersten Quartal spĂŒrbar zurĂŒck. Doch in der Folge spielten der Iran-Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus, durch die sonst rund ein FĂŒnftel des Weltölhandels lĂ€uft, einigen europĂ€ischen Spezialchemie-Konzernen sogar in die HĂ€nde.

Sie konnten weiterhin verlĂ€sslich liefern und ihre Preise teils sogar deutlich anheben, wĂ€hrend vor allem asiatische Anbieter wegen ihrer starken AbhĂ€ngigkeit von den Lieferungen aus Nahost unter den gestörten Logistikketten und VersorgungsengpĂ€ssen litten. Fraglich bleibt aber, wie lange der RĂŒckenwind durch diese Sonderkonjunktur anhĂ€lt.

Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage hat der erst seit vergangenem September amtierende Brenntag-Chef Birgersson das Korsett inzwischen noch enger geschnĂŒrt. UrsprĂŒnglich wollte das Management bis 2027 jĂ€hrliche 300 Millionen Euro einsparen. Im MĂ€rz kĂŒndigte Brenntag dann an, die Kosten bis dahin um weitere 200 bis 250 Millionen Euro im Vergleich zu 2025 senken. Laut Finanzchef Thomas Reisten liegt das Unternehmen bei seinem Einsparziel trotz gestiegener Transport- und Energiekosten im Plan.

Der Konzern straffte bereits etwa administrative Prozesse und beseitigte Doppelstrukturen. Auch Standortschließungen und der Abbau von ArbeitsplĂ€tzen zĂ€hlten in der jĂŒngeren Vergangenheit schon zum Sparprogramm. Birgersson will den Konzern mit weltweit gut 16.900 Mitarbeitenden aber noch effizienter aufstellen. Dazu sollen zentrale Strukturen vereinfacht und die Kostenbasis weiter verringert werden. Eine neue Strategie will der Vorstand am 12. November an einem Kapitalmarkttag vorstellen.

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