USA, Konkurrenz

USA planen Konkurrenz fĂŒr Chinas Hafenmacht in PirĂ€us

18.11.2025 - 17:37:52

Der chinesische Transportriese Cosco, der seit 2016 rund zwei Drittel des griechischen Hafens PirÀus pachtet, ist den USA ein Dorn im Auge - und auch Athen tut sich schwer mit der starken chinesischen PrÀsenz.

Nun wollen Athen und Washington fĂŒr Balance sorgen. Die griechische Regierung plant ein Gesetz, das einer griechisch-amerikanischen Firma den Ausbau des Hafens von Elefsina rund 10 Kilometer westlich von PirĂ€us genehmigen soll. Das kĂŒndigte der Minister fĂŒr wirtschaftliche Entwicklung, Takis Theodorikakos, nach einem Treffen mit US-Botschafterin Kimberly Guilfoyle an.

Cosco ist in Deutschland vor allem wegen einer Beteiligung von 24,9 Prozent am Hamburger Hafenterminal Tollerort bekannt, das mehrheitlich dem Hafenlogistiker HHLA DE000A0S8488 gehört.

China hat die Nase vorn

Das Vorgehen der Amerikaner ist ein weiterer Schritt der jĂŒngsten US-Initiativen, in Griechenland fĂŒr ein US-europĂ€isches Standbein zu sorgen. Seit Jahren versorgt China ĂŒber den Hafen von PirĂ€us weite Teile Osteuropas mit eigenen Produkten. PirĂ€us ist mittlerweile einer der grĂ¶ĂŸten ContainerhĂ€fen Europas und dient China als logistisches Drehkreuz und als Hebel fĂŒr Pekings wachsenden Einfluss in Europa.

KĂŒnftig soll die griechisch-amerikanische Unternehmensgruppe Onex Shipyards & Technologies per Gesetz im Umschlag sowie der Energie- und Hafenlogistik in Griechenland tĂ€tig werden dĂŒrfen. Bislang war sie nur im Bereich des Schiffbaus aktiv.

Geopolitisch wichtige Zone

US-Botschafterin Guilfoyle verwies bei dem Treffen auf die PrioritĂ€ten der Regierung Trump in den Bereichen Energie und Sicherheit. Griechenland sei dabei ein "starker VerbĂŒndeter", Washington erwarte eine deutliche Ausweitung der Nutzung des Hafens von Elefsina als logistisches Drehkreuz in einer geopolitisch wichtigen Zone.

Theodorikakos betonte, die vertiefte strategische Zusammenarbeit mit den USA mache Griechenland nicht nur zu einem Energiehub, sondern stĂ€rke auch den produktiven Umbau der griechischen Wirtschaft. Erst vor zwei Wochen hatten Griechenland und die USA bei einem Energiegipfel in Athen den Ausbau des Transports von FlĂŒssiggas nach Osteuropa angekĂŒndigt.

@ dpa.de