Frankfurt Schluss: Dax erstmals über 25.900 Punkten
06.07.2026 - 18:05:14 | dpa.deDafür war allerdings nur ein kleiner Schritt nötig, bevor rasch Gewinnmitnahmen einsetzten. Am Ende stand noch ein Plus von 0,15 Prozent auf 25.817,89 Zähler zu Buche. Am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex seinen fast sechs Monate alten Höchststand getoppt und am Freitag die Marke von 25.800 Punkten übersprungen. Der MDax DE0008467416 der mittelgroßen Werte stieg zu Wochenbeginn um 0,90 Prozent auf 33.291,24 Punkte.
So mancher Analyst zweifelt daran, dass der Höhenflug weiter gehen wird. Charttechniker Christoph Geyer sprach von einem inzwischen überkauften Markt. Das heißt, nach dem zuletzt starken Kursanstieg gibt es am Aktienmarkt viele Käufer, aber nur noch recht wenige Verkäufer. Da insofern die Euphorie der Anleger sehr hoch ist, droht ein Kursrücksetzer. Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank verwies auf die zuletzt "relativ schwachen Umsätze", denn sie setzten ein Fragezeichen hinter der Nachhaltigkeit des Dax-Ausbruchs.
Einen Hoffnungsschimmer gab es für die angeschlagene deutsche Industrie: Nach dem Rückschlag im April hat der Auftragseingang im Mai wieder zugelegt. Der Anstieg fiel zudem deutlich höher aus als von Experten im Schnitt erwartet. "Insgesamt machen die heutigen Zahlen Hoffnung auf eine moderate Erholung der deutschen Industrie, die nach einer langen Stagnationsphase zuletzt auch noch vom Iran-Krieg gebeutelt wurde", kommentierte Commerzbank-Ökonom Marco Wagner.
Gefragt waren hierzulande vor allem wieder Aktien aus dem Rüstungssektor. Rheinmetall DE0007030009 gewannen an der Dax-Spitze 3,4 Prozent. Renk DE000RENK730 und Hensoldt DE000HAG0005 stiegen im MDax um 4 beziehungsweise 6,1 Prozent, TKMS DE000TKMS001 sogar an der Index-Spitze um 11,1 Prozent. Die Papiere profitierten gleich von mehreren Neuigkeiten.
So kommen die von den USA geführten Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über ein mögliches Friedensabkommen nicht voran. Der Nato-Gipfel mit Milliarden-Investitionen steht bevor. In Frankreich bahnt sich eine Übernahme des Unterwasserdrohen-Spezialisten Exail FR0000062671 durch den Luft- und Raumfahrtkonzern Thales FR0000121329 an, und TKMS im Speziellen erhielt einem kanadischen Pressebericht zufolge einen U-Bootauftrag von Ottawa.
Anleger griffen außerdem bei den SAP-Aktien DE0007164600 zu, die sich mit plus 0,3 Prozent von ihren Freitagsverlusten erholten, während die Papiere von Infineon DE0006231004 um 0,2 Prozent nachgaben. Im MDax zählten Suss DE000A1K0235 und Elmos DE0005677108 zu den schwächsten Werten mit Verlusten von jeweils mehr als ein Prozent. Wie zuletzt oft, wenn Aktien aus dem KI-Bereich - vor allem Chipwerte - schwächeln, profitieren solche aus der Software- und IT-Dienstleisterbranche.
Die Papiere von Schott Pharma DE000A3ENQ51 erreichten nach einer Empfehlung der Deutschen Bank im Nebenwerteindex SDax DE0009653386 mit plus 7,2 Prozent auf 18,70 Euro das Niveau von Anfang Dezember 2025. Analyst Falko Friedrichs traut den Aktien des Spezialisten für Verpackung und Verabreichung injizierbarer Medikamente mit seinem Kursziel von 22 Euro sogar eine Rückkehr an die Charthürde aus dem Herbst 2025 zu. Zum Befreiungsschlag im Chart passt, dass auch das Geschäft laut Friedrichs die Talsohle durchschritten hat.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 gab um 0,23 Prozent auf 6.398,01 Punkte nach. Außerhalb der Eurozone schloss der Leitindex in London GB0001383545 ebenfalls leicht und der in Zürich CH0009980894 etwas deutlicher im Minus. In New York bewegte sich der Dow Jones Industrial US2605661048 zum europäischen Handelsschluss kaum von Fleck./la/he
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---
