Aktien Frankfurt Ausblick: Vor US-Zinsentscheid im Minus erwartet
17.06.2026 - 08:23:19 | dpa.deZweimal ist der deutsche Leitindex in dieser Woche darüber schon abgedreht und nun droht ihm ein moderater Rücksetzer unter die Tausendermarke. Vorsicht prägt vor dem US-Zinsentscheid am Abend das Geschehen.
Knapp eine Stunde vor Handelsbeginn signalisierte der X-Dax DE000A0C4CA0 als außerbörslicher Indikator für den Dax DE0008469008 einen Start bei 24.835 Punkten. Damit liegt die Indikation 0,3 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag. Auch die 21-Tage-Linie kommt damit wieder nah.
Der Marktbeobachter Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets spricht von "Berührungsängsten mit den 25.000 Punkten". Es mangele dem Dax an einem "zündenden Funken" für den Ausbruch nach oben. Das Trendthema Künstliche Intelligenz (KI) und der fulminante SpaceX US84615Q1031-Börsengang zögen zurzeit sehr viel Aufmerksamkeit auf sich, die anderen Märkten fehlten.
In New York hatte der SpaceX-Schwung am Vorabend jedoch merklich nachgelassen, bei Technologiewerten wurden dort generell Gewinne mitgenommen. Dem Dow Jones Industrial US2605661048 war zwar ein Rekord gelungen, doch in der Gesamttendenz hielten sich Anleger zurück angesichts der ersten Zinssitzung unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh. Dies zeigte sich dann auch in Asien.
Eine Zinsänderung wird nicht erwartet, aber im Mittelpunkt des Interesses stehen wohl Warshs Äußerungen. "Die Märkte wollen vor allem wissen, ob die Fed unabhängig bleibt oder ob der politische Einfluss des Weißen Hauses zunimmt", glaubt der Marktbeobachter Maximilian Wienke vom Broker eToro. Er sieht Warsh in einem Dilemma zwischen dem Kampf gegen die Inflation und der Forderung niedrigerer Zinsen durch US-Präsident Donald Trump. Sollten Zinserhöhungen in Aussicht gestellt werden oder Antworten ausweichend wirken, geht Wienke davon aus, dass dies die Nervosität der Anleger erhöhen würde.
Im Dax dürfte sich die Gewinnwarnung von BMW DE0005190003 negativ auf den gesamten Autosektor auswirken. Am Vorabend hatte der Autobauer aus München nach Börsenschluss die Anleger mit gekappten Prognosen DE0005190003 überrascht. Gründe sind die Marktschwäche in China und der Iran-Krieg. Gleich mehrere Experten sprachen von einer "großen" oder "bedeutenden" Gewinnwarnung.
Auf der Handelsplattform Tradegate ging es für die BMW-Aktien vorbörslich deutlich um acht Prozent abwärts, unter 63 Euro droht ihnen im Xetra-Handel ein Tief seit 2020. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi sieht einen Weckruf für die gesamte Branche. Volkswagen DE0007664039 und Mercedes-Benz DE0007100000 werden auch im Minus erwartet.
