Börsenbericht, Livemeldung

Dax startet im Minus - Ölpreissprung schĂŒrt neue Zinssorgen

17.03.2026 - 09:30:50 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Dax ist am Dienstagmorgen mit Verlusten in den Handelstag gestartet.

Frankfurter Börse - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Frankfurter Börse - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 23.505 Punkten berechnet, und damit 0,3 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag. An der Spitze der Kursliste rangierten Eon, RWE und Zalando, am Ende Brenntag, Rheinmetall und Qiagen.

Der Optimismus, der den Dax gestern steigen ließ, werde durch einen nĂ€chtlichen Ölpreisanstieg zunichtegemacht, sagte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. "SchnĂ€ppchenjĂ€ger mögen ein Auge auf den Markt geworfen haben, doch ein Einstieg bleibt angesichts der stark erhöhten VolatilitĂ€t riskant." Kursgewinne könnten je nach geopolitischer Nachrichtenlage in Minutenschnelle wieder verloren sein.

"Ohne den Beweis, dass die Eskorte der Tanker durch die Straße von Hormus sicher gelingen kann, bleiben Kursgewinne auf Sand gebaut. Die hohe VolatilitĂ€t wirkt weiter in beide Richtungen, ohne klare Tendenz." Hinzu komme die Sorge, dass der Druck auf die EZB zu vorschnellen Zinsanhebungen als Reaktion auf steigende Ölpreise fĂŒhren könnte.

Der Druck auf die EZB, die Zinsen zu erhöhen, wĂ€chst. "Es gibt fundamentale Unterschiede zwischen dem aktuellen Konflikt und der Energiekrise des Jahres 2022", so Stanzl. Es sei daher nicht wahrscheinlich, dass sich die EZB zu vorschnellen Handlungen hinreißen lasse.

"Die EZB kann den Druck jedoch nicht leugnen, und die Sitzung am Donnerstag wird sicherlich zu einem rhetorischen Drahtseilakt werden. Christine Lagarde wird wohl ihre EinschĂ€tzung, die Geldpolitik sei `gut positioniert`, gegen eine deutlich vorsichtigere Haltung austauschen." Mehr als diese verbale Anpassung sei nicht zu erwarten. "FĂŒr Zinsanhebungen, wie sie gefordert werden, ist es noch viel zu frĂŒh", sagte der Analyst.

Die europĂ€ische GemeinschaftswĂ€hrung war am Dienstagmorgen etwas schwĂ€cher: Ein Euro kostete 1,1493 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend fĂŒr 0,8701 Euro zu haben.

Der Ölpreis stieg unterdessen stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 103,80 US-Dollar; das waren 3,5 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.

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