Dax startet kaum verÀndert - US-Haushaltsstreit im Fokus
05.10.2023 - 09:36:47Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 15.090 Punkten berechnet, 0,1 Prozent unter dem Schlussniveau vom Mittwoch. Am unteren Ende der Kursliste rangierten Siemens, BASF und Porsche.
Leichte ZuwĂ€chse konnten dagegen die Aktien von Siemens Energy, Zalando und Infineon verbuchen. "Die Anlegerstimmung liegt am Boden", sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. "Der Deutsche Aktienindex ist nun an seinem 20-Monats-Durchschnitt angelangt und hat damit die Chance auf eine Erholung." Die erste Zutat fĂŒr eine stabile Bodenbildung wĂ€re jetzt eine ĂŒberzeugte Kaufwelle, ergĂ€nzte er. In der schlechten Stimmung, die aktuell bei Anlegern herrsche, mĂŒsse nicht viel passieren, um einen sogenannten Short Squeeze auszulösen. Schwache Arbeitsmarktdaten am Freitag könnten die Rally bei den Renditen ausbremsen und dem Aktienmarkt ein wenig Raum zum Atmen geben. "Die Investoren wollen eine AbschwĂ€chung des Arbeitsmarktes und der Inflation sehen, scheuen aber eine allzu starke AbschwĂ€chung des Wirtschaftswachstums", so Stanzl. Der dynamische Rutsch im Ălpreis sei derweil ein gutes Signal fĂŒr die Inflation. Am Ălmarkt scheine sich nun auch die Ăberzeugung durchzusetzen, dass eine weltweite konjunkturelle AbschwĂ€chung am Ende des Tages auch die Nachfrage nach Mineralölprodukten reduzieren dĂŒrfte. "Die US-Notenbank Fed kann sich derweil glĂŒcklich schĂ€tzen: Endlich schenken die MĂ€rkte ihrer Absicht, die Inflation bekĂ€mpfen zu wollen, wirklich und wahrhaftig Glauben." Das lasse sich an der schnellen Anpassung der Renditen ablesen. Jetzt stelle sich nur die Frage, wie lange die Fed diesen neu erzeugten Druck aufrechthalten werde, so der Marktexperte. "Derweil lĂ€uft ein neuer Countdown: Die politischen Differenzen in Washington mĂŒssen bis zum 17. November ĂŒberwunden sein, sonst droht erneut ein Shutdown." Die Abwahl McCarthys habe gezeigt, dass eine Handvoll Hardliner innerhalb der Republikaner nicht bereit seien, auch nur die geringsten ZugestĂ€ndnisse gegenĂŒber der Regierung Biden zu machen. Es wĂ€re ĂŒberhaupt nicht verwunderlich, wenn demnĂ€chst eine oder mehrere Ratingagenturen ihren Kreditausblick fĂŒr die USA senken, sagte Stanzl. Dann wĂ€re eine weitere Abstufung der BonitĂ€t nur noch eine Frage der Zeit. "Wegen des jĂŒngsten Ausverkaufs bei Anleihen, der auch durch das politische Chaos in Washington mit ausgelöst wurde, sollten Anleger das Risiko einer Rezession in der US-Wirtschaft nicht unterschĂ€tzen." Die europĂ€ische GemeinschaftswĂ€hrung tendierte am Donnerstagmorgen fast unverĂ€ndert. Ein Euro kostete 1,0504 US-Dollar (-0,03 Prozent), ein Dollar war dementsprechend fĂŒr 0,9520 Euro zu haben. Der Ălpreis stieg unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 86,19 US-Dollar, das waren 38 Cent oder 0,4 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


