Aktien Frankfurt Ausblick: Weiter auf Höhenflug erwartet
Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 08:16 Uhr | dpa.deHoffnungen auf eine Beilegung des Iran-Krieges, sinkende Ölpreise und eine Rally bei weltweiten Technologie-Aktien sollten für eine fortgesetzte Rekordrally des Dax DE0008469008 sorgen. Der X-Dax DE000A0C4CA0 signalisierte für den deutschen Leitindex knapp eine Stunde vor dem offiziellen Handelsbeginn ein Plus von 0,8 Prozent auf 26.401 Punkte. Damit würde der Leitindex seine Bestmarke vom Vortag bei über 26.266 Zählern nochmals erhöhen und das Plus seit Monatsanfang auf rund drei Prozent ausbauen.
"Die Rekordjagd an den Börsen geht weiter", resümierte der Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. "Die erhoffte Wiedereröffnung der Straße von Hormus würde die Öl- und Gaspreise weiter fallen lassen. Niedrigere Energiekosten dämpfen die Inflationserwartungen." Die Notenbanken wären wohl nicht mehr "gezwungen", die Zinsen anzuheben. Mit sinkenden Energiekosten und wohl eher niedrigen Finanzierungskosten für Unternehmen gebe es zwei Faktoren, die sich positiv auf die Unternehmensgewinne auswirken können.
In der Berichtssaison geht es hierzulande am Mittwoch mit Volldampf weiter. Aus dem Dax etwa stehen Beiersdorf DE0005200000, DHL DE0005552004, Fresenius DE0005785604, Infineon DE0006231004, Siemens Energy DE000ENER6Y0 und Vonovia DE000A1ML7J1 mit Zahlen im Fokus.
Der Logistikkonzern DHL DE0005552004 will vor dem Hintergrund der positiven Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr mehr Aktien zurückkaufen als bislang geplant. Die Bonner hatten bereits vor knapp einem Monat erste Eckdaten für das abgelaufene zweite Quartal verkündet, die von einem kräftigen Sprung des operativen Gewinns zeugten. In diesem Zuge wurde auch der Jahresausblick erhöht und nun bestätigt. Im vorbörslichen Geschäft auf der Handelsplattform Tradegate stieg die Aktie um 1,0 Prozent.
Die Geschäfte von Siemens Energy DE000ENER6Y0 laufen weiter rund. Das Unternehmen steigerte im dritten Quartal Umsatz und Gewinn deutlich und übertraf dabei die Erwartungen der Analysten. Die seit Jahren schwächelnde Windenergietochter Gamesa kehrte zudem in die schwarzen Zahlen zurück und erzielte den ersten Gewinn in einem Quartal seit 2022. Den im Frühjahr angehobenen Ausblick bestätigte Siemens Energy. Für die Papiere des Energietechnikkonzerns ging es auf Tradegate um 3,7 Prozent aufwärts.
Höhere Mieten gaben Deutschlands größtem Wohnimmobilienkonzern Vonovia DE000A1ML7J1 im ersten Halbjahr Auftrieb. Aber auch das Geschäft mit Zusatzleistungen entwickelte sich deutlich besser. Auf den Nettogewinn drückten hingegen höhere Finanzierungskosten. Während der Dax-Konzern für das laufende Jahr die Ergebnisziele bestätigte, wurde er für das Mietwachstum wegen des Berliner Mietspiegels etwas vorsichtiger.
Der Halbleiterhersteller Infineon DE0006231004 erzielte dank der boomenden Nachfrage nach Stromchips für KI-Rechenzentren im dritten Geschäftsquartal einen Rekordumsatz. Zudem sorgten steigende Investitionen in die Netzinfrastruktur für Rückenwind. Auch im wichtigen Automobilgeschäft zogen die Geschäfte an. Das Segmentergebnis, das die operative Profitabilität misst, stieg um 22 Prozent, die entsprechende Marge um zwei Prozentpunkte auf 19,1 Prozent. Die Infineon-Titel verteuerten sich auf Tradegate um 1,3 Prozent.
Der Krankenhausbetreiber und Pharmahersteller Fresenius DE0005785604 blickt nach einem erfolgreichen Quartal zuversichtlicher auf 2026. Das Kern-Ergebnis je Aktie soll im laufenden Jahr um 10 bis 15 Prozent steigen. Zuvor war Fresenius von plus fünf bis zehn Prozent ausgegangen. Im zweiten Quartal legte der Umsatz organisch um sechs Prozent zu, das operative Ergebnis (Ebit) stieg währungsbereinigt um zehn Prozent. Auf Tradegate stieg die Aktie um 4,1 Prozent.
