Aktien, Frankfurt

Aktien Frankfurt: Kein klarer Trend - US-Ultimatum im Iran-Krieg im Blick

07.04.2026 - 15:01:31 | dpa.de

Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag in einem nervösen Handel zwischen Gewinnen und Verlusten geschwankt.

Zwischenzeitlich schienen die Anleger wieder etwas optimistischer gestimmt, was ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran im Nahost-Krieg anbelangt. Am frĂŒhen Nachmittag aber ging es mit dem deutschen Leitindex wieder nach unten.

Der Leitindex Dax DE0008469008 fiel um 0,5 Prozent auf 23.063 Punkte, nachdem er im Handelsverlauf den höchsten Stand seit Mitte MĂ€rz erreicht hatte. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen deutschen Werten hingegen legte minimal auf 28.920 ZĂ€hler zu. FĂŒr den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx EU0009658145 wiederum ging es um 0,5 Prozent nach unten.

Nach dem langen Osterwochenende bleibe das Ultimatum der USA gegen den Iran vorerst das marktbestimmende Thema, schrieb Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst des Handelshauses CMC Markets. Vor dem Ablauf der Frist am Mittwoch um 2.00 Uhr zeichnet sich keine Einigung ab. US-PrĂ€sident Donald Trump bekrĂ€ftigte seine Warnung vor einer "völligen Zerstörung" aller iranischen Kraftwerke und BrĂŒcken, falls Teheran nicht die Straße von Hormus öffnet.

Die Meerenge ist einer der global wichtigsten Transportwege - nicht nur fĂŒr Rohöl und FlĂŒssiggas. Ein Sprecher der iranischen MilitĂ€rfĂŒhrung reagierte mit Spott auf Trumps Drohung.

"Der Dax zeigt sich vor Ablauf des von Donald Trump gesetzten Ultimatums weiterhin erstaunlich robust", schrieb Timo Emden, Marktanalyst von Emden Research. Trotz zunehmender geopolitischer Spannungen setzten einige Anleger offenbar auf einen Last-Minute-Deal und hielten damit an ihrer optimistischen Grundhaltung fest.

"Die MĂ€rkte klammern sich an das Szenario einer diplomatischen Lösung und blenden dabei viele Risiken aus", fuhr Emden fort. Je nĂ€her aber die Frist rĂŒckt, desto grĂ¶ĂŸer dĂŒrfte die Unsicherheit unter den Marktteilnehmern werden. Mit jeder Stunde ohne Einigung steige die NervositĂ€t, auch wenn sich diese bislang nur begrenzt in den Kursen widerspiegele.

Der Iran-Krieg geht inzwischen in die sechste Woche und sorgt fĂŒr stark gestiegene Ölpreise und im Gegenzug fĂŒr deutliche Verluste an den AktienmĂ€rkten. Zuletzt legte der Preis fĂŒr die Öl-Referenzsorte Brent mit Auslieferung im Juni wieder zu, und seit Kriegsbeginn zog der Ölpreis um etwas mehr als die HĂ€lfte an.

Aus Branchensicht nahm europaweit die Erholung der Chemiewerte EU0009658608 wieder Fahr auf. Analysten sehen durch den Krieg zunĂ€chst einige Pluspunkte fĂŒr den Sektor: nachlassenden Konkurrenzdruck, Reduktion des Überangebots und steigende Preise. Risikofaktor bleibe allerdings eine geringere Nachfrage, deren Ausmaß insbesondere von der Dauer des Iran-Kriegs abhĂ€ngt.

An der Dax-Spitze gewannen BASF DE000BASF111 fast drei Prozent. Im MDax hatten Wacker Chemie DE000WCH8881 mit einem Plus von gut fĂŒnf Prozent die Nase vorn.

Unter den weiteren Einzelwerten bewegten ansonsten Analystenkommentare die Kurse. So stiegen Aurubis DE0006766504 um drei Prozent, nachdem Warburg Research zum Kauf der Papiere des Kupferkonzerns geraten hatte. Die Entwicklung bei Metallen treibe die Gewinne an, schrieb Experte Stefan Augustin. Zudem passten die Hamburger gut ins Thema europÀische SouverÀnitÀt mit ihrem Zugang zu strategischen Ressourcen durch Recycling./la/jha/

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

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