Frankfurt Schluss: Dax etwas tiefer nach Feiertagspause
02.05.2024 - 18:11:49Am ersten Handelstag im Mai stand die Nachlese des Zinsentscheids in den USA im Fokus, aber auch die Vorschau auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag. Den Anlegern mangelte es an Gewissheit und damit auch an Kaufargumenten. Diese kamen auch nicht von neuen Wirtschaftsdaten aus der Eurozone.
Der Dax DE0008469008 schwankte in einer relativ engen Spanne um sein Vortagsniveau und schloss mit einem Minus von 0,20 Prozent bei 17 896,50 Punkten. Damit fiel der Leitindex unter die 50-Tage-Durchschnittslinie, die bei Charttechnikern als Indikator fĂŒr den mittelfristigen Trend gilt. Der MDax DE0008467416 sank letztlich um 0,05 Prozent auf 26 252,41 ZĂ€hler.
Mehr Bewegung gab es an den anderen europĂ€ischen Leitbörsen. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 fiel um 0,6 Prozent. In Paris bĂŒĂte der CAC 40 FR0003500008 0,9 Prozent ein. Dagegen prĂ€sentierte sich der Londoner Handelsplatz in guter Form: Der FTSE 100 GB0001383545 gewann 0,6 Prozent. Der New Yorker Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 notierte zum europĂ€ischen Handelsende rund 0,5 Prozent höher.
Zur Wochenmitte hatte US-Notenbankchef Jerome Powell einmal mehr Hoffnungen auf Zinssenkungen gedĂ€mpft. Es könne "lĂ€nger als bisher angenommen" dauern, bis die Fed mehr Zuversicht gewinne, dass die hohe Inflation wirklich auf dem RĂŒckzug sei. Allerdings trat Powell auch Sorgen entgegen, dass der nĂ€chste Zinsschritt sogar eine Erhöhung sein könnte.
Laut Eckhard Schulte von Mainsky Asset Management hat Powell die geldpolitischen PlĂ€ne erneut sehr klar kommuniziert. Die Fed sei von der zeitverzögerten Wirkung ihrer noch sehr restriktiven Geldpolitik ĂŒberzeugt. "Die Zinswende in den USA in diesem Jahr kommt, nur etwas spĂ€ter als noch vor einigen Wochen vom Markt und auch von uns erwartet", so Schulte. Inzwischen erwarten Experten einen ersten Zinsschritt nicht mehr vor dem SpĂ€tsommer.
Mit der Bayer-Aktie DE000BAY0017 setzte sich einer der bislang gröĂten Verlierer im laufenden Jahr mit einem Kurssprung von 2,9 Prozent an die Dax-Spitze. Wieder einmal sorgten Rechtsstreitigkeiten in den USA fĂŒr Bewegung. Ein HĂ€ndler verwies auf den "zweiten groĂen juristischen Sieg in kurzer Zeit", weil ein Berufungsgericht im US-Bundesstaat Washington im Streit um die seit Jahrzehnten verbotene Chemikalie PCB ein Urteil gegen den Chemie- und Pharmakonzern aufgehoben hat.
Bei den Aktien von MTU DE000A0D9PT0 nahmen Anleger weiter Gewinne mit und sorgten fĂŒr einen Kursabschlag von letztlich 2,8 Prozent. Am Dienstag hatten sie zunĂ€chst positiv auf Quartalszahlen des Triebwerkbauers reagiert und ihre Erholung auf fast 10 Prozent seit Mitte April ausgebaut. Dann waren sie aber nach unten abgedreht, was Jefferies-Analystin Chloe Lemarie mit Kommentaren wĂ€hrend einer Telefonkonferenz am Dienstag begrĂŒndete, die ein schwaches Ergebnis im zweiten Quartal signalisiert hĂ€tten.
Auch einige MDax-Werte rĂŒckten ins Blickfeld. Ein Gewinnsprung im ersten Quartal hievte die Aktien von Scout24 DE000A12DM80 mit 0,9 Prozent ins Plus. Marcus Diebel von der US-Bank JPMorgan bewertete die Resultate als solide und bezeichnete eine rekordhohe Kundenzahl als ermutigend.
Hugo Boss DE000A1PHFF7 verbuchte zunÀchst einen starken Handelsauftakt, nachdem der Modekonzern im ersten Quartal besser abgeschnitten hatte als erwartet. Nach vorsichtigeren Tönen des Finanzchefs zum China-GeschÀft drehte der Kurs dann aber deutlich ins Minus. Am Ende betrug der Verlust 6,9 Prozent.
Abseits der Berichtssaison bewegten Analystenstimmen. Die Aktien von Lufthansa DE0008232125 legten um 1,9 Prozent zu, nachdem Bernstein Research das negative Votum aufgegeben hatte. Analyst Alexander Irving nannte beendete Tarifstreitigkeiten und verbesserte Perspektiven in den Bereichen Technik und Cargo als Argumente fĂŒr eine nun neutrale Bewertung.
Noch dynamischer zeigten sich die Fielmann-Papiere DE0005772206, die sich nach einer Kaufempfehlung der Privatbank Hauck AufhÀuser mit plus 5,7 Prozent an die SDax-Spitze DE0009653386 setzten. Experte Christian Salis lobte die US-Expansion der Optikerkette, die Formen annehme.
FĂŒr Borussia Dortmund DE0005493092 ging es um 5,1 Prozent nach oben. Der FuĂballclub ist dank eines 1:0-Erfolgs gegen Paris Saint-Germain auf Finalkurs in der Champions League. Zugleich konnte er sich wieder einen Startplatz in der lukrativen europĂ€ischen Eliteliga sichern, weil klar ist, dass die Bundesliga dort in der kommenden Saison einen zusĂ€tzlichen Startplatz bekommt.
Der Euro EU0009652759 wurde zuletzt mit 1,0704 US-Dollar gehandelt. Die EuropÀische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,0698 Dollar festgesetzt.
Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 2,59 Prozent. Der Rentenindex Rex DE0008469107 fiel um 0,02 Prozent auf 124,00 Punkte. Der Bund-Future DE0009652644 stieg um 0,45 Prozent auf 130,52 Punkte./edh/he
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

