DGB-Chefin, Krisen-

DGB-Chefin gegen 'Krisen- und VerzichtserzÀhlung'

20.01.2026 - 10:10:58

Der Deutsche Gewerkschaftsbund lÀsst in einer eigenen Rentenkommission selbst Konzepte zur Altersvorsorge ausarbeiten - als Alternative zum Expertengremium der Regierung.

Ziel sei ein Gegenpol "zur permanenten Krisen- und VerzichtserzÀhlung in der Rentendebatte", erklÀrte DGB-Chefin Yasmin Fahimi in Berlin. Wie die Rentenkommission der schwarz-roten Koalition sollen die 13 vom DGB benannten Experten bis zum Sommer ihre VorschlÀge vorlegen.

FĂŒr "sichere ArbeitsplĂ€tze"

Zum Auftakt des von der Regierung angekĂŒndigten Reformjahrs 2026 stemmt sich der DGB gegen KĂŒrzungen in den Sozialsystemen und beim Personal im öffentlichen Dienst. Arbeitsrechte und der Sozialstaat seien nicht Ursache der wirtschaftlichen SchwĂ€che, sagte Fahimi mit Blick auf Debatten ĂŒber Lohnfortzahlung bei Krankheit, lĂ€ngere Arbeitszeiten oder ein höheres Rentenalter. "Nichts davon hilft, die Auftragslage in der Wirtschaft zu verbessern und die AuftragsbĂŒcher wieder zu fĂŒllen."

Vielmehr gilt aus Sicht der Gewerkschaftschefin: "Ohne sichere ArbeitsplĂ€tze gibt es keine Akzeptanz fĂŒr den Wandel. Ohne Innovation keine Perspektive fĂŒr BeschĂ€ftigung."

Gegen die "Behörden-Odyssee"

Konkret fordert der DGB unter anderem, den Sozialstaat fĂŒr BĂŒrger ĂŒberschaubarer zu machen. "One-Stop-Prinzip statt Behörden-Odyssee", schlug Vorstandsmitglied Anja Piel vor. "Daten nur einmal angeben statt zehnmal. Das sind echte Reformen."

In vielen Punkten unterstĂŒtzt der Gewerkschaftsbund Positionen der SPD, die allerdings in der Koalition bei CDU und CSU auf Widerstand treffen. So verlangt der DGB Einsatz fĂŒr mehr Tarifbindung und kritisiert eine "Blockade" des Tariftreuegesetzes durch die Union.

"Wirksame Entlastung beim Strompreis"

Zur Erbschaftsteuer erklĂ€rte DGB-Vorstand Stefan Körzell: "Die Ausnahmen fĂŒr vererbtes Betriebsvermögen summieren sich seit 2016 auf 79 Milliarden Euro. Eine derartige Reichenpflege können wir uns nicht mehr leisten." Dazu hatte die SPD ein Konzept vorgelegt, das die Union jedoch ablehnt.

Handlungsbedarf gebe es auch fĂŒr wettbewerbsfĂ€hige Strompreise, meinte Körzell. "Wir fordern eine wirksame Entlastung, die Planungssicherheit fĂŒr die nĂ€chsten 10 Jahre schafft."

@ dpa.de