Dax startet bei 25.520 Punkten mit 0,2 Prozent Minus
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 09:32 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Dax ist am Dienstag mit leichten Verlusten in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.520 Punkten berechnet und lag damit 0,2 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag.
RWE, Adidas und Zalando vorn
An der Spitze des Dax rangierten RWE, Adidas und Zalando. Am Ende des deutschen Leitindex standen Allianz, Vonovia und die Deutsche Bank.
„Der Optimismus kehrt zurück. Zur Freude über den sinkenden Ölpreis kommt jetzt eine neue KI-Euphorie dazu“, sagte Thomas Altmann von QC Partners. Der Nasdaq-Composite-Index hatte am Montag auf einem neuen Rekordkurs geschlossen; innerhalb der vergangenen vier Handelstage legte er um mehr als vier Prozent zu.
Technologie-Euphorie erreicht den Dax nur teilweise
Beim Dax komme die neue Euphorie laut Altmann nur teilweise an, weil die erneut stark gefragten Technologieaktien im deutschen Leitindex ein vergleichsweise geringes Gewicht hätten. Der Dax befinde sich daher bislang eher in einer Stabilisierung nach dem jüngsten Kursrückgang.
Für eine Aufwärtsbewegung als Trendwende sei es noch zu früh, sagte Altmann. Der Index pendle seit mehreren Tagen zwischen seiner 50-Tage-Linie auf der Oberseite und seiner 100-Tage-Linie auf der Unterseite; entscheidend sei, welche dieser Linien er durchbreche.
Euro etwas schwächer
Die europäische Gemeinschaftswährung notierte am Dienstagmorgen etwas schwächer. Ein Euro kostete 1,1462 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8724 Euro zu haben.
Der Dax bewegt sich nach dem starken Wochenauftakt weiter in einer angespannten technischen Lage. Am Montag hatte der Leitindex 1,1 Prozent gewonnen und bei 25.575 Punkten geschlossen, nachdem fallende Ölpreise und Hoffnungen auf diplomatische Gespräche im Nahen Osten die Aktienmärkte gestützt hatten. Der Anstieg folgte allerdings auf einen Rückgang von 1,6 Prozent am Freitag und mehreren schwächeren Wochen.
Die Entlastung am Ölmarkt wirkt grundsätzlich positiv für Verbraucher, Unternehmen und die Inflationserwartungen. Sinkende Energiepreise können den Kostendruck in der Wirtschaft verringern und die Sorge vor einer noch strafferen Geldpolitik dämpfen. Zugleich bleibt der Einfluss geopolitischer Entwicklungen erheblich, weil die Ölversorgung und die Energiepreise eng mit dem Konflikt im Nahen Osten verbunden sind.
Technologieschub erreicht den Dax nur begrenzt
Die neue KI-Euphorie kommt an der Wall Street und an asiatischen Börsen stärker zum Tragen als im deutschen Leitindex. Der Dax enthält zwar Unternehmen mit Technologie- und Halbleiterbezug, sein Schwergewicht liegt jedoch auf Industrie, Chemie, Banken, Versicherern und Autoherstellern. Deshalb kann ein Anstieg großer US-Technologiewerte den deutschen Markt nur teilweise mitziehen.
Für Anleger bleibt damit entscheidend, ob der Dax seine technische Handelsspanne nach oben oder unten verlässt. Ein nachhaltiger Anstieg müsste durch breitere Kursgewinne und nicht nur durch einzelne Impulse getragen werden. Gleichzeitig können Zinsen, Energiepreise, geopolitische Risiken und Konjunkturdaten die Stimmung kurzfristig wieder drehen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: „Marktbericht: Entspannung am Ölmarkt stützt den DAX“ (21.09.2026)
Der Beitrag ordnet den Anstieg des Dax am Vortag vor allem über fallende Ölpreise und Hoffnungen auf Gespräche zwischen den USA und Iran ein. Zusätzlich hebt er die Belastung von Immobilienwerten sowie die Unterstützung für KI-nahe Aktien hervor. Damit bestätigt er die Bedeutung des Ölmarkts, setzt den Schwerpunkt aber stärker auf Geopolitik und Branchenunterschiede.
n-tv: „Der Börsen-Tag Montag, 21. September 2026“ (21.09.2026)
n-tv beschreibt den Wochenauftakt ebenfalls als Erholung des Dax unter dem Einfluss fallender Ölpreise und freundlicher US-Börsen. Der Bericht verweist zugleich auf politische Risiken in Deutschland, Zinsfragen und die unterschiedliche Entwicklung einzelner Aktien. Übereinstimmung besteht beim stützenden Ölpreis; offen bleibt, ob daraus eine dauerhafte Stabilisierung entsteht.
Beide Beiträge sehen den niedrigeren Ölpreis als kurzfristige Entlastung für die Aktienmärkte. Unterschiede liegen vor allem bei der Gewichtung geopolitischer, innenpolitischer und geldpolitischer Risiken.
