Kommunen, Bund

Kommunen fordern Bund und LĂ€nder zu Entlastungen auf

25.06.2026 - 06:24:49 | dpa.de

Der Deutsche StĂ€dte- und Gemeindebund fordert Bund und LĂ€nder zu Entlastungen fĂŒr die Kommunen auf.

Vor Beratungen von Kanzler Friedrich Merz (CDU) mit den Regierungschefs der LĂ€nder sagte HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer AndrĂ© Berghegger der Deutschen Presse-Agentur: "Die finanzielle Situation der StĂ€dte und Gemeinden in Deutschland ist prekĂ€r. Dies ist maßgeblich auf die stetig steigenden Kosten fĂŒr die Erbringung von Aufgaben, die durch Bundes- oder Landesgesetze veranlasst wurden, zurĂŒckzufĂŒhren. FĂŒr die Kommunen muss daher der Grundsatz "Wer bestellt, bezahlt" uneingeschrĂ€nkt gelten. Wir erwarten daher von Bund und LĂ€ndern, eine Regelung zu vereinbaren, durch die den Kommunen entstehende Kosten zukĂŒnftig vollumfĂ€nglich ausgeglichen werden."

Kommt ein neuer Mechanismus?

Merz und die Regierungschefinnen und -chefs der LĂ€nder kommen an diesem Donnerstag zu Beratungen zusammen. Im Koalitionsvertrag heißt es, man wolle sich am Grundsatz der "VeranlassungskonnexitĂ€t" orientieren - "Wer bestellt, bezahlt". Die LĂ€nder fordern einen Mechanismus fĂŒr Kompensationen, wenn der Bund mit Gesetzen fĂŒr neue finanzielle Lasten sorgt.

Der Bundeskanzler hatte am Sonntag gesagt, die Kommunen sollten durch Kostensenkungen bei bestimmten Sozialgesetzen entlastet werden. Es gehe um vier große Gesetze, sagte Merz, der drei davon konkret benannte: das Unterhaltsvorschussgesetz, das Jugendhilfegesetz und die Eingliederungshilfe.

Einen Mechanismus zur Entlastung bei Steuergesetzen lehnt der Bund ab. Immer wieder kommt es zu Streit zwischen Bund und LĂ€ndern, wenn der Bund Steuerentlastungen plant - aber diese auch fĂŒr die LĂ€nder Steuermindereinnahmen bedeuten.

Schwierige Finanzlage von Kommunen

Berghegger sagte, eine Regelung mĂŒsse nicht nur neue Aufgaben und Leistungsgesetze umfassen, sondern auch die tatsĂ€chlichen Kostensteigerungen aufgrund von aktuell bereits bestehenden Gesetzen berĂŒcksichtigen, etwa im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. "Nur wenn diese beiden Voraussetzungen erfĂŒllt sind, kann diese Vereinbarung einen Beitrag zur Entlastung der Kommunen leisten. Klar ist aber auch, dass damit nicht alle Probleme gelöst werden. Eine rasche Entlastung der Kommunen ist mit Blick auf das Finanzierungsdefizit in Höhe von 30 Milliarden Euro unabdingbar."

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