Vergleich mit US-Regierung stimmt FMC noch optimistischer
22.11.2023 - 10:03:55Aus einem Vergleich mit der US-Regierung wird ein positiver Effekt auf das operative Ergebnis in Höhe von rund 175 Millionen Euro erwartet. Dadurch dĂŒrfte der um Sondereffekte bereinigte Betriebsgewinn im Vergleich zum Vorjahreswert zu konstanten WĂ€hrungen um 12 bis 14 Prozent zulegen, teilte das Unternehmen am Vorabend ĂŒberraschend mit. Die ĂŒbrigen Teile der Prognose bleiben unverĂ€ndert. Die im MDax DE0008467416 notierte Aktie legte am Mittwochmorgen um rund 1,6 Prozent auf 36,46 Euro zu.
Der Rechtsstreit mit der US-Regierung hatte sich den Angaben des Unternehmens zufolge um ein Dialyse-Programm fĂŒr Mitglieder und PensionĂ€re der amerikanischen StreitkrĂ€fte sowie deren Angehörige gedreht. Dabei seien die Leistungen von FMC im Verlauf mit reduzierten SĂ€tzen vergĂŒtet worden. Diese Praxis sei inoffiziell gewesen, und die fĂŒr das Programm zustĂ€ndigen Stellen hĂ€tten es abgelehnt, daran etwas zu Ă€ndern. Fresenius Medical Care hatte daraufhin im Jahr 2019 Klage gegen die Vereinigten Staaten eingereicht. Mit dem nunmehr geschlossenen Vergleich sei der Rechtsstreit beendet.
FMC hatte erst Anfang des Monats seine Ziele ĂŒberarbeitet und ohne Sonder- und Wechselkurseffekte ein Plus im niedrigen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt - zuvor war das Management bestenfalls von einem operativen Ergebnis auf Vorjahresniveau ausgegangen. 2022 hatte das operative Ergebnis 1,54 Milliarden Euro betragen.
Damit lĂ€uft es fĂŒr FMC in diesem Jahr bisher besser als zunĂ€chst gedacht. Das Unternehmen steckt mitten im Umbruch. Der BlutwĂ€schespezialist Ă€chzt unter hohen Kosten und einem rĂŒcklĂ€ufigen Umsatz, zudem starben in der Pandemie viele Dialysepatienten an Corona. Das Management um Konzernchefin Helen Giza steuert deshalb mit einem tiefgreifenden Sparprogramm gegen, dabei werden auch mehrere tausend Stellen abgebaut und Unternehmensteile verkauft. Viele HĂ€user wurden bereits geschlossen.
FMC war in der Pandemie in die Krise gerutscht und löste mehrere Gewinnwarnungen beim Mutterkonzern Fresenius aus. Dieser zog daraus Konsequenzen und will den BlutwĂ€schespezialisten nicht mehr voll in der Bilanz berĂŒcksichtigen. Stattdessen wird der Dax DE0008469008-Konzern FMC nur noch entsprechend dem Anteil von gut einem Drittel als Finanzbeteiligung ausweisen. Der dafĂŒr nötige Rechtsformwechsel von FMC in eine Aktiengesellschaft soll bis Anfang Dezember abgeschlossen werden.

