Iranischer FunktionÀr Laridschani getötet
17.03.2026 - 11:02:32 | dpa.deWie der israelische Verteidigungsminister Israel Katz nach Angaben seines BĂŒros erklĂ€rte, kam der GeneralsekretĂ€r des Sicherheitsrats bei einem gezielten Angriff in der Nacht ums Leben. Der konservative Politiker war in den vergangenen Monaten zu einer zentralen Figur im iranischen Machtapparat aufgestiegen. Eine BestĂ€tigung von iranischer Seite gab es zunĂ€chst nicht.
Laridschani wurde im August 2025 auf den Posten im Sicherheitsrat berufen. Zuvor hatte er als Berater des am 28. Februar getöteten ReligionsfĂŒhrers Ajatollah Ali Chamenei gearbeitet. Der Aufstieg des 67-JĂ€hrigen ĂŒberraschte damals viele Beobachter. Laridschani galt als Pragmatiker und hegte Ambitionen auf das PrĂ€sidentenamt. FĂŒr die Wahl 2024 wurde er jedoch vom mĂ€chtigen WĂ€chterrat, einem Kontrollgremium, disqualifiziert.
Israel reklamiert Tötung eines wichtigen Kommandeurs
Nur kurz zuvor hatten Israels StreitkrĂ€fte mitgeteilt, den Kommandeur der iranischen Basidsch-Einheiten, Brigadegeneral Gholamresa Soleimani, getötet zu haben. Der Angriff sei am Montag in Teheran erfolgt, hieĂ es in der Mitteilung des MilitĂ€rs. Aus dem Iran gab es auch dafĂŒr keine BestĂ€tigung. Die Basidsch-Einheiten unter Soleimanis FĂŒhrung seien fĂŒr die blutige Niederschlagung der Proteste im Iran im Januar verantwortlich, schrieb die israelische Armee.
Die Basidsch-e Mostasafin (Mobilisierte der UnterdrĂŒckten) ist eine paramilitĂ€rische Einheit im Iran. GegrĂŒndet nach der Islamischen Revolution 1979 und rekrutiert aus jungen Teilen der Gesellschaft, spielt die Miliz eine zentrale Rolle bei der UnterdrĂŒckung von Protesten im Land. Die Miliz ist Teil der mĂ€chtigen Revolutionsgarden, ihr sollen mehrere Hunderttausend systemtreue AnhĂ€nger angehören.
Israel hat im aktuellen Krieg bereits Dutzende fĂŒhrende Persönlichkeiten des iranischen Machtapparats getötet. Irans oberster FĂŒhrer Ali Chamenei war am 28. Februar bei einem israelischen Luftangriff in der Hauptstadt Teheran getötet worden.
Nach israelischen Medienberichten versuchte die israelische Armee auĂerdem, ein ranghohes Mitglied der palĂ€stinensischen Terrororganisation Islamischer Dschihad im Iran zu töten.
Laridschani als "Mann des Systems"
Irans Sicherheitsrat befasst sich mit Fragen der nationalen Sicherheit, der Landesverteidigung sowie dem Schutz der Islamischen Revolution. Neben dem PrĂ€sidenten als Vorsitzendem gehören dem Gremium mit rund einem Dutzend Mitgliedern mehrere Minister und GenerĂ€le an. Der GeneralsekretĂ€r ist Gesandter des obersten FĂŒhrers. Der Rat kann Entscheidungen treffen, ohne das Parlament einzubeziehen, die nach Zustimmung des ReligionsfĂŒhrers endgĂŒltig sind. Ein wiederkehrendes Thema ist das iranische Atomprogramm.
Laridschani studierte Mathematik und galt als "Mann des Systems", vertrat in den vergangenen Jahren jedoch auch wiederholt moderatere Positionen. Wie viele heutige Politiker machte er zunÀchst Karriere bei den Revolutionsgarden und stieg bis zum Brigadegeneral auf, ehe er Anfang der Neunzigerjahre aus dem aktiven Dienst ausschied.
Er soll eine SchlĂŒsselrolle bei der Niederschlagung der jĂŒngsten Massenproteste gespielt haben, berichtete das Exilmedium "Iranwire". Tausende Demonstranten wurden bei den AufstĂ€nden Anfang Januar getötet. Zugleich, so zitierte das Portal einen Insider, habe Laridschani an "kulturelle und wirtschaftliche Reformen sowie an diplomatische AnnĂ€herung - Ă€hnlich den Reformen in China" geglaubt. Die USA belegten den FunktionĂ€r wegen seiner Rolle bei der Repression mit Sanktionen.
Israels Armeechef: "Bedeutende prÀventive Erfolge"
Die israelische Armee teilte mit, Generalstabschef Ejal Zamir habe mit Blick auf nÀchtliche Angriffe im Iran von "bedeutenden prÀventiven Erfolgen" gesprochen. Diese hÀtten "das Potenzial, die operativen Ergebnisse und die Ziele der israelischen Armee zu beeinflussen", sagte Zamir, ohne sich konkret auf Laridschani zu beziehen. Er sagte lediglich, die Armee gehe "entschlossen gegen mehrere Ziele im Iran" vor. Man nehme neben Infrastruktur der iranischen Machthaber auch "Elemente der Revolutionsgarden und des repressiven Apparats des Regimes" ins Visier.
Das BĂŒro des MinisterprĂ€sidenten Benjamin Netanjahu veröffentlichte ein Bild des Regierungschefs unter der Ăberschrift: "MinisterprĂ€sident Benjamin Netanyahu befiehlt die Tötung hochrangiger Vertreter des iranischen Regimes."
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