Uniper bremst Umbau zu grĂŒner Stromerzeugung
07.08.2025 - 10:09:20 | dpa.deDas Unternehmen wollte bislang den Anteil grĂŒner Stromproduktion bis 2030 auf 80 Prozent steigern - jetzt sind nur noch 50 Prozent das Ziel. "Der Anteil an erneuerbarer, CO2-armer und dekarbonisierbarer ErzeugungskapazitĂ€t soll bis dann mindestens 50 Prozent betragen", teilte das Unternehmen bei der Vorlage der Halbjahreszahlen mit. Das Ziel der KlimaneutralitĂ€t bis 2040 bleibe bestehen, sagte ein Sprecher.
"Das regulatorische und geopolitische Umfeld ist herausfordernd", erklĂ€rte Uniper-Chef Michael Lewis laut der Mitteilung. Zwar begrĂŒĂe Uniper das Vorhaben der deutschen Regierung zum Neubau von Gaskraftwerken. "Die Verzögerung bei der Ausschreibung und folglich auch beim Bau der neuen Kraftwerke verschiebt mögliche ErtrĂ€ge daraus jedoch in spĂ€tere Jahre." Auch der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft werde nicht so schnell gelingen wie erwartet. Daraus ziehe der Konzern nun Konsequenzen.
Uniper will neue Gaskraftwerke bauen
Uniper zĂ€hlt bei Stromerzeugung und Gashandel zu den gröĂten Energieunternehmen Europas. Derzeit betreibt der Konzern unter anderem Steinkohle- und Gaskraftwerke vor allem in Deutschland, GroĂbritannien und Schweden mit einer ErzeugungskapazitĂ€t von insgesamt mehr als 14 Gigawatt. Das entspricht 14 groĂen Kohlekraftwerken. Weitere gut 5 Gigawatt entfallen auf Stromerzeugung aus Wasserkraft und Atomkraft in Deutschland und Schweden. Bis 2030 rechnet Uniper den Angaben zufolge mit einer StromerzeugungskapazitĂ€t von insgesamt 15 bis 20 Gigawatt.
Uniper bestĂ€tigte frĂŒhere Angaben, wonach bis Anfang der 2030er Jahre insgesamt rund acht Milliarden Euro in die Transformation investiert werden sollen. Bis 2030 sollen davon bereits rund fĂŒnf Milliarden Euro geflossen sein. So werde Uniper sich an der geplanten Ausschreibung der Bundesregierung von neuen Gaskraftwerken in Deutschland beteiligen, bekrĂ€ftigte das Unternehmen. In GroĂbritannien plane man den Neubau von zwei Gaskraftwerken, Connah's Quay und Killingholme, mit der Möglichkeit der Abscheidung und Speicherung von CO2.
Deutschland muss Uniper-Beteiligung bis Ende 2028 reduzieren
Uniper war als gröĂter deutscher Gasimporteur 2022 in Schieflage geraten, als Russland nach dem Angriff auf die Ukraine kein Gas mehr lieferte. Deutschland rettete das Unternehmen mit Milliarden-Beihilfen und wurde mit ĂŒber 99 Prozent MehrheitseigentĂŒmer. Bis Ende 2028 muss der Staat seine Beteiligung auf höchstens 25 Prozent plus eine Aktie reduzieren.
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