Der Galaxy VS von Schneider Electric - USV-Anlage für anspruchsvolle Rechenzentren
04.07.2026 - 13:21:06 | ad-hoc-news.deVerantwortlich: Thomas Rilke, ad hoc news Fachredaktion B2B & Profi. Geprueft am 04.07.2026, 13:20 Uhr. Details im Impressum.
Galaxy VS von Schneider Electric brummt leise in einer abgedunkelten Serverhall e, die Luft leicht warm, das Summen der Racks im Hintergrund. Ein Techniker berührt das Metallgehäuse, spürt die minimale Vibration und kontrolliert das Touchdisplay. Produktmanager Jean-Baptiste Perrin beschreibt das System als Rückgrat für kritische IT-Lasten, die keine Minute Stillstand akzeptieren.
Modulare USV für Rechenzentren
Galaxy VS ist eine dreiphasige modulare USV-Lösung (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) mit Leistungen von 20 bis 150 kW und Schwachpunkt-Redundanz-Optionen. Die Baureihe adressiert kompakte Rechenzentren, Industrieumgebungen und Edge-Computing-Standorte, die hohe Verfügbarkeit und Skalierbarkeit benötigen.
Die Anlage arbeitet mit energiedichten Leistungsmodulen, die sich im laufenden Betrieb austauschen lassen, und bietet einen Wirkungsgrad von bis zu rund 99 Prozent im sogenannten ECOnversion-Betrieb. Laut Schneider Electric kann Galaxy VS dadurch energiebedingte Betriebskosten deutlich senken, ohne Schutzfunktionen zu opfern.
Technische Eckdaten und Varianten
Im Portfolio umfasst Galaxy VS Stand-alone- und Schrank-Konfigurationen, typischerweise mit Nennleistungen von 20, 30, 50, 100 und bis zu 150 kW pro Einheit. Die Systeme decken Eingangsspannungen von 380/400/415 V AC ab, sind für dreiphasige Netze ausgelegt und bieten Ausgangsspannungen im gleichen Bereich für typische europäische und internationale Stromnetze.
Je nach Ausführung unterstützt Galaxy VS unterschiedliche Batterieoptionen: klassische VRLA-Batterien sowie Lithium-Ionen-Lösungen, die höhere Zyklenfestigkeit und geringeren Wartungsaufwand versprechen. Die Lithium-Variante benötigt weniger Stellfläche und reduziert die Kühllast, was Datacenter-Betreiber laut Perrin besonders für Edge-Installationen im begrenzten Raum interessiert.
Mehr zu Schneider Electric und Galaxy VS
Detaillierte Kennzahlen zu Schneider Electric Aktien und zur Rolle von USV-Systemen im Konzernumsatz finden Sie in unserem Themenbereich sowie direkt beim Hersteller.
Bedienung und Überwachung im Alltag
Im Alltag greifen Betreiber über ein frontseitiges Farb-Touchdisplay auf Statusinformationen, Alarme und Konfigurationsoptionen zu. Das Display lässt sich mit Handschuhen bedienen, die Oberfläche reagiert spürbar direkt und zeigt klare Leistungsdaten, Batterieinformationen und Event-Protokolle. Für die Wartung nutzt das Service-Team häufig einen Tablet-PC und verbindet die USV über gesicherte Netzwerkschnittstellen.
Galaxy VS ist integriert in die EcoStruxure-Architektur von Schneider Electric, die mit Cloud-Anbindung und Remote-Monitoring arbeitet. Facility Manager können über EcoStruxure IT Expert den Zustand mehrerer USV-Anlagen in einem Dashboard überwachen und proaktiv Wartungsfenster planen. Die Anlage unterstützt SNMP- und Modbus-Kommunikation, sodass sie sich in Gebäudeleittechnik und DCIM-Software einbinden lässt.
Schutzfunktionen und Verfügbarkeit
Eine USV wie Galaxy VS dient dazu, kritische Verbraucher bei Netzausfall oder Spannungsschwankungen mit stabiler Energie zu versorgen. Das System korrigiert Unter- und Überspannungen, filtert Störungen und übernimmt bei Ausfall des Versorgungsnetzes innerhalb von Millisekunden die Last auf Batteriebasis. In Rechenzentren schützen Betreiber damit Server, Storage und Netzwerkkomponenten vor abrupten Abschaltungen.
Schneider Electric betont, dass Galaxy VS durch interne Redundanzkonzepte eine hohe mittlere Betriebsdauer zwischen Ausfällen (MTBF) erreichen soll. Defekte Module lassen sich austauschen, ohne das gesamte System abzuschalten, sofern die Konfiguration entsprechend ausgelegt ist. Damit reduziert sich das Risiko ungeplanter Downtime, ein Punkt, den Data-Center-Leiter wie Maria Rodríguez in Gesprächen mit dem Hersteller immer wieder adressieren.
Installation und physische Anforderungen
Beim Aufbau einer Galaxy VS spielt der verfügbare Raum eine zentrale Rolle. Die Schränke sind auf eine geringe Stellfläche ausgelegt, stehen meist auf ebenem Betonboden und werden in der Regel direkt neben Server-Racks oder in separaten Technikräumen installiert. Das Gehäuse fühlt sich massiv an, die Tür schließt mit deutlichem Klang, und die Lüftergeräusche bleiben selbst bei höherer Last auf moderatem Niveau.
Installateure müssen Anschlussleitungen für Eingangs- und Ausgangsseite sowie Batterieverbindungen fachgerecht dimensionieren. Die USV benötigt eine ausreichend dimensionierte Klimatisierung, insbesondere bei höheren Lasten und VRLA-Batteriebänken. Schneider Electric stellt dazu Planungsunterlagen bereit, inklusive empfohlener Luftführung und Vorgaben für Mindestabstände im Wartungsfall.
Zielgruppe: vom Edge bis zum Industrie-Standort
Galaxy VS richtet sich vor allem an Betreiber von mittelgroßen Rechenzentren, Edge-IT-Standorten und industrielle Steuerungsanlagen. Typische Anwender sind Colocation-Anbieter, mittelständische Unternehmen mit eigener IT-Infrastruktur und Betriebe mit hochautomatisierten Produktionslinien, in denen ein Stromausfall direkte Produktionsverluste verursacht. Der Fokus liegt auf Standorten mit Bedarf zwischen klassischen kleinen USV-Lösungen und großen zentralen Stromversorgungsanlagen.
Darüber hinaus sieht Schneider Electric die Baureihe im Kontext von Smart-Building- und Smart-Factory-Projekten. Dort sichern USV-Systeme zentrale Steuerungs- und Kommunikationseinheiten ab, die für Energie- und Gebäudemanagement unerlässlich sind. IT-Leiter wie Lukas Steiner achten dabei zunehmend auf die Integration in übergeordnete Monitoring-Lösungen, um nicht für jede USV eine eigene Insel-Lösung betreiben zu müssen.
Preisniveau und Verfügbarkeit
Konkrete Listenpreise für Galaxy VS variieren je nach Leistungsklasse, Batterieoption und Servicepaket deutlich. Im Markt kursieren für Systeme im Bereich 50 bis 100 kW häufig Paketpreise im mittleren fünfstelligen Euro-Bereich inklusive Installation und Wartungsvertrag. Für eine genaue Kalkulation erstellen Vertriebsingenieure von Schneider Electric individuelle Angebote, die auf Kundenlastprofilen und Backup-Dauer basieren.
Erhältlich ist Galaxy VS über Schneider-Electric-Niederlassungen, zertifizierte Systempartner und Distributoren in Europa, Nordamerika, Asien und weiteren Regionen. Da es sich um eine professionelle Lösung handelt, erfolgt der Vertrieb typischerweise projektbezogen, nicht über klassische Online-Shops für Endkunden. Die Lieferzeiten hängen von Auslastung und Spezifikation ab, in vielen Fällen sind aber Standardkonfigurationen innerhalb weniger Wochen verfügbar.
Einordnung im Schneider-Electric-Portfolio
Innerhalb des Portfolios von Schneider Electric ergänzt Galaxy VS die höheren Leistungsklassen der Galaxy-Familie sowie kleinere USV-Serien, die eher auf Büro- und SOHO-Umgebungen abzielen. Die USV-Produkte sind Teil des Geschäftsbereichs Secure Power, der zusammen mit Segmenten wie Energiemanagement und Industrieautomation zu den zentralen Umsatzsäulen zählt. Für den Konzern ist zuverlässige Stromversorgung eng an das Thema Digitalisierung und Gebäudeeffizienz gekoppelt.
Vorstandschef Jean-Pascal Tricoire verweist regelmäßig auf wachsende Anforderungen durch Cloud-Computing, KI-Anwendungen und IoT, die stabile Energieversorgung voraussetzen. USV-Systeme wie Galaxy VS sichern dabei nicht nur klassische Server-Räume, sondern zunehmend auch Edge-Standorte an Fertigungslinien, im Einzelhandel oder in Telekommunikationsanlagen ab. Entsprechend betrachtet das Management Secure-Power-Lösungen als strategischen Baustein, nicht als isolierte Nischenprodukte.
Schneider Electric Aktie im Kontext des USV-Geschäfts
Für Anleger spielt Galaxy VS vor allem indirekt eine Rolle: USV-Systeme tragen zum Gesamtumsatz des Bereichs Secure Power bei, der wiederum einen Anteil an den konsolidierten Erlösen von Schneider Electric hat. Die Schneider Electric Aktie wird an Euronext Paris in Euro gehandelt; Veränderungen im Projektgeschäft für Rechenzentren und Industrieflächen wirken sich in der Regel über viele Einzelaufträge und Serviceverträge zusammen auf die Wahrnehmung des Segments aus.
Fakten zum Galaxy VS
- Produkt: Galaxy VS
- Hersteller: Schneider Electric SE
- Kategorie: B2B / Profi-USV-System
- Markteinführung: ab ca. 2019 schrittweise in verschiedenen Märkten
- UVP / Preis: projektspezifisch, häufig mittlerer fünfstelliger Euro-Bereich bei größeren Konfigurationen
- Verfügbarkeit: über Schneider-Electric-Niederlassungen, Systempartner und Distributoren weltweit, projektbezogener Vertrieb
- Zielgruppe: mittelgroße Rechenzentren, Edge-Standorte, Industrieanlagen mit kritischer IT- oder Steuerungsinfrastruktur
- Besonderheit / USP: modulare, skalierbare dreiphasige USV mit hohem Wirkungsgrad und optionalen Lithium-Ionen-Batterien, eingebunden in EcoStruxure-Monitoring
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