Bedrohung China: Taiwan will Verteidigungsausgaben erhöhen
26.11.2025 - 09:46:25PrĂ€sident Lai Ching-te erklĂ€rte, dass Taipeh einen "historischen" Zusatz-Etat fĂŒr die Verteidigung von 1,25 Billionen Taiwan-Dollar (rund 34,4 Milliarden Euro) plane. Die Ausgaben seien fĂŒr 2026 bis 2033 geplant, sagte er in der Hauptstadt.
Taiwan wolle damit neue WaffenkĂ€ufe aus den USA finanzieren und seine asymmetrischen VerteidigungsfĂ€higkeiten ausbauen, schrieb Lai in einem Gastbeitrag fĂŒr die "Washington Post". Der Schritt sei eine Reaktion auf den wachsenden Druck Pekings. China zĂ€hlt den seit Jahrzehnten demokratisch regierten Inselstaat zu seinem Staatsgebiet und will Taiwan an sich binden - falls nötig auch mit militĂ€rischen Mitteln. Das AuĂenministerium in Peking erklĂ€rte, sich militĂ€risch der "Vereinigung" zu widersetzen, werde keinen Erfolg haben.
Wachsende MilitÀrmacht Chinas
Taiwans Verteidigungsausgaben sollen Lai zufolge damit 2026 auf 3,3 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. "Ich bin entschlossen, diese Vergleichslinie bis 2030 auf 5 Prozent anzuheben, was die gröĂte anhaltende MilitĂ€r-Investition in der modernen Geschichte Taiwans darstellt", schrieb er. Die Verteidigungsausgaben muss aber noch das Parlament genehmigen, in dem derzeit die Opposition, vor allem die chinafreundlichen Kuomintang, dominiert.
Lai verwies auf Chinas MilitĂ€rĂŒbungen in der Region, die eine zunehmende Bereitschaft Pekings signalisierten, den Status quo in der Meerenge zwischen China und Taiwan mit Gewalt zu verĂ€ndern. Taiwan habe sich unerschĂŒtterlich dem Frieden und der StabilitĂ€t verschrieben, schrieb er in der Zeitung weiter.
US-PrĂ€sident Donald Trumps Regierung hat Taiwan aufgefordert, mehr in das eigene MilitĂ€r zu investieren. Der Artikel folgt zudem auf eine diplomatische Eskalation zwischen Peking und Tokio. Ausgelöst wurde diese durch ĂuĂerungen der japanischen MinisterprĂ€sidentin Sanae Takaichi am 7. November im Parlament, wonach ein Angriff Chinas auf Taiwan eine "existenzbedrohende Situation" darstelle, die dazu fĂŒhren könne, dass Japan sein Recht auf Selbstverteidigung ausĂŒbe. Heute erklĂ€rte sie der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge, sie habe damals "ehrlich" auf eine konkrete Frage zu Japans möglicher Antwort auf einen Notfall, der Taiwan involviere, geantwortet.
Konflikt zwischen China und Japan: SolidaritÀt mit Sushi
Peking fordert, dass Takaichi ihre Aussagen zurĂŒcknimmt und erhöhte den Druck unter anderem mit Reisewarnungen, gestrichenen Flugverbindungen und einem Importverbot fĂŒr japanische MeeresfrĂŒchte. Lai und andere Politiker in Taiwan zeigten sich solidarisch mit Tokio und posteten online zum Beispiel, wie sie Sushi aĂen oder japanische MeeresfrĂŒchte kauften.
Neuen ZĂŒndstoff lieferte Japans Verteidigungsminister Shinjiro Koizumi mit einem Plan, Raketen auf der in Japans Ă€uĂerstem SĂŒdwesten liegenden Insel Yonaguni zu stationieren. Die Insel befindet sich knapp 110 Kilometer von Taiwan entfernt. Chinas AuĂenamt kritisierte, Japan erzeuge damit bewusst Spannungen in der Region.

