Aktien Europa: Deutliche Verluste - Angst vor Eskalation in der Golf-Region
03.03.2026 - 12:25:20 | dpa.de"Der Fokus der KapitalmĂ€rkte liegt aktuell auf dem Risiko einer Eskalation sowie der sicheren Versorgung mit Energie, insbesondere durch die StraĂe von Hormus", fasste Ann-Katrin Petersen, Leiterin Kapitalmarktstrategie beim Vermögensverwalter BlackRock, die Sorgen der Marktteilnehmer zusammen.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 fiel um 3,51 Prozent auf 5.776,57 Punkte und erreichte damit den tiefsten Stand im laufenden Jahr. AuĂerhalb der Eurozone bĂŒĂte der britische Leitindex FTSE 100 GB0001383545 zuletzt 2,94 Prozent auf 10.463,03 Punkte ein. Der Schweizer SMI CH0009980894 verlor 3,01 Prozent auf 13.417,09 Punkte.
Damit dominiert Unsicherheit an den Börsen. "Diejenigen Anleger, die auf kurze Beine geopolitischer Börsen gesetzt haben, werden derzeit eines Besseren belehrt", schrieb Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. Investoren sorgten sich wegen Lieferunterbrechungen und einer möglichen Ausweitung des Konflikts.
Die Entwicklung der einzelnen Sektoren spiegelte diese Bedenken wider. Von intakten Lieferketten abhĂ€ngige Brachen wie Einzelhandel und IndustriegĂŒter standen unter Druck, wĂ€hrend sich die defensiven Nahrungs- und Pharmatitel besser hielten. Allerdings kam es selbst hier zu merklichen Verlusten, ebenso bei Ălwerten, die trotz der weiter gestiegenen Ălpreise schwĂ€chelten.
Zu den schwĂ€chsten Sektoren zĂ€hlten die Versicherer. Hier belasteten neben der Gesamtmarktlage die Kursverluste von Zurich CH0011075394. Der Versicherungskonzern hatte mit einer Kapitalerhöhung Milliarden fĂŒr die Finanzierung der geplanten Ăbernahme des britischen Spezialversicherers Beazley eingenommen. In einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren platzierte das Unternehmen knapp 7,1 Millionen neue Namensaktien. Die Aktie verlor 6,8 Prozent.
Mit KĂŒhne+Nagel CH0025238863 geriet ein weiterer Schweizer Wert nach anfĂ€nglichen Gewinnen mit in den AbwĂ€rtsstrudel. Nach der Vorlage der GeschĂ€ftszahlen von 2025 am Morgen verlor die Aktie bis zur Mittagszeit 2,3 Prozent. Allerdings könnte der Konzern von der Lage im persischen Golf noch profitieren. "Geschlossene FlughĂ€fen im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten fĂŒhren dazu, dass kurzfristig alternative Luftfrachtlösungen gefunden werden mĂŒssen; in solchen Situationen gewinnen die Dienstleistungen von KĂŒhne+Nagel an Bedeutung und Wert", hieĂ es in einem Kommentar der ZKB.
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