IW: Iran-Krieg zeigt erste Auswirkungen auf Wohnungsmarkt
27.04.2026 - 13:51:56 | dpa.deIm ersten Quartal verteuerten sich Eigentumswohnungen sowie Ein- und ZweifamilienhĂ€user in Deutschland mit 0,1 Prozent gemessen am Vorquartal kaum, zeigt der Wohnindex des IW. Auf Jahressicht stiegen die Preise fĂŒr Eigentumswohnungen um 2,5 Prozent, fĂŒr Ein- und ZweifamilienhĂ€user wuchsen sie mit 0,7 Prozent nur leicht.
"Der Krieg im Iran und die damit verbundenen Steigerungen der Energiepreise, insbesondere von Ăl, zeigen erste Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt", schrieb das IW. Der Kapitalmarkt reagiere schnell und die Zinsen fĂŒr Kredite mit langfristiger Zinsbindung seien wegen InflationsĂ€ngsten schon um rund 0,3 Prozentpunkte gestiegen. Zugleich gebe es Sorgen um die Wirtschaft. "Gerade die nun deutlich langsamere Entwicklung der Preise fĂŒr Ein- und ZweifamilienhĂ€user belegt die nachlassende Nachfrage privater Haushalte."
Allerdings bestehen dem IW zufolge groĂe Unterschiede: WĂ€hrend in Köln (+5,1 Prozent), Frankfurt (+3,9 Prozent) und Essen (+3,6 Prozent) die Kaufpreise auf Jahressicht deutlich stiegen, gab es etwa in MĂŒnchen kaum Bewegung (-0,3 Prozent). Im Quartalsvergleich ĂŒberwögen leicht sinkende oder stagnierende Preise. Das IW analysiert nach eigenen Angaben fĂŒr den Wohnindex 8 Millionen Miet- und 3,7 Millionen Kaufangebote.
Höhere Zinsen belasten KÀufer
Das IW verwies auf die gestiegenen Zinsen. Die Erschwinglichkeit von Immobilien sinke damit, das dĂ€mpfe die Nachfrage nach Wohneigentum und begrenze die SpielrĂ€ume fĂŒr Preissteigerungen. Zugleich dĂŒrfte höhere Zinsen und Baukosten als Folge des Nahostkriegs den Neubau belasten, was den Druck auf die Mieten noch verschĂ€rfe.
FĂŒr das erste Quartal verzeichnete das IW bei den Neuvertragsmieten ein Plus von 3,5 Prozent zum Vorjahresquartal und von 0,6 Prozent zum Vorquartal. KrĂ€ftige Mietanstiege gebe es im Umland der sieben Metropolen (+4,2 Prozent), in GroĂstĂ€dten (+3,8 Prozent) sowie im Umland von GroĂstĂ€dten (+3,9 Prozent). Unter den Metropolen stiegen die Mieten besonders stark in DĂŒsseldorf, Köln und Hamburg mit mehr als fĂŒnf Prozent.
Im Ukraine-Krieg 2022 hatten stark steigende Zinsen und Baukosten die Immobilienpreise sinken lassen, der jahrelange Boom war beendet. "Anders als 2022 wird der aktuelle Energiepreisschock aber zu keiner scharfen Preiskorrektur fĂŒhren", meint nun das IW. Denn Zinsen lĂ€gen auf einem deutlich höheren Niveau und die Energiepreise stiegen weniger stark als damals.
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