ROUNDUP, Iran

Iran will IAEA-Inspektoren zulassen - Zeitplan offen

23.06.2026 - 06:35:21 | dpa.de

Der Iran will nach Angaben von US-VizeprÀsident JD Vance wieder Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ins Land lassen.

Einen Zeitplan dafĂŒr gebe es aber noch nicht, sagte Vance zum Ende seiner GesprĂ€che mit der iranischen Seite in der Hotelanlage BĂŒrgenstock Resort in der Schweiz. Die Verhandler hĂ€tten um 2.00 Uhr versucht, die Inspektoren zu erreichen, aber die meisten seien nicht ans Telefon gegangen.

Der Iran bestĂ€tigte allerdings nicht, dass eine erneute Einreise von Inspektoren erlaubt werde. Eine entsprechende Entscheidung mĂŒsse zuvor mit dem Parlament und dem Nationalen Sicherheitsrat abgestimmt werden, sagte Außenamtssprecher Ismail Baghai der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

Trump plĂ€diert fĂŒr "nukleare Ehrlichkeit"

US-PrĂ€sident Donald Trump bekrĂ€ftigte auf seiner Plattform Truth Social, der Iran mĂŒsse die IAEA wieder ins Land lassen. "Jeder ist sich voll bewusst, dass der Iran umfangreichen Waffeninspektionen zustimmen wird, um "nukleare Ehrlichkeit" auf lange Sicht zu gewĂ€hrleisten", schrieb er.

Im Herbst hatte die IAEA im Iran zuletzt einige Standorte des Atomprogramms besichtigt, die nicht durch die israelischen und US-Angriffe im Juni 2025 beschĂ€digt worden waren. Seit diesen ersten Angriffen hat sie keinen Zugang mehr zu den iranischen Urananreicherungs-Anlagen gehabt. Ende Februar haben die USA und Israel einen Krieg gegen den Iran begonnen, der nach einem Rahmenabkommen nun endgĂŒltig beigelegt werden soll.

Die iranische Delegation hatte auch bei den GesprĂ€chen mit den USA am Sonntag in der Schweiz nicht zugelassen, dass IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi an den Verhandlungen direkt teilnimmt. Medienberichten zufolge war Grossi zwar am Verhandlungsort BĂŒrgenstock, aber das iranische Team zeigte keinerlei Interesse an einem Austausch mit dem IAEA-Chef.

Vance: Solide Grundlage fĂŒr endgĂŒltige Vereinbarung

Vance kehrte noch am Montag in die USA zurĂŒck. Die Verhandlungen mit dem Iran gingen auf technischer Ebene weiter, sagte er. Nach seinen Angaben wurde ein Prozedere vereinbart, damit die Straße von Hormus, durch die Öl und DĂŒnger aus den Anliegerstaaten auf den Weltmarkt transportiert wird, geöffnet bleibt. Der Iran hatte sie nach Beginn der Angriffe der USA und Israels geschlossen. Trump betonte am Montag, die Meerenge sei "vollstĂ€ndig geöffnet". US-Medien verweisen dort auf ein geringeres Verkehrsaufkommen von Schiffen als vor dem Krieg.

Nach Angaben von Vance ist bei den Verhandlungen mit dem Iran auch ein Mechanismus vereinbart worden, um VerstĂ¶ĂŸe gegen die im Rahmenabkommen vereinbarte Waffenrufe im Libanon direkt zu besprechen. Dadurch soll eine neue Eskalation verhindert werden.

Trump machte auf Nachfrage im Weißen Haus keine genaueren Angaben dazu, worum es sich bei den vereinbarten Mechanismen konkret handelt. Stattdessen suggerierte er, dass alles gut sei, solange der Iran die USA respektierten. Einmal mehr drohte der US-PrĂ€sident aber auch: Wenn der Iran seine Verpflichtungen nicht einhalte oder sich nicht benehme, "werde ich tun, was ich tun muss".

Vance wiederum gab sich vorsichtig optimistisch: "Wir haben eine sehr solide Grundlage fĂŒr den Abschluss einer erfolgreichen endgĂŒltigen Vereinbarung geschaffen". Dennoch liege noch viel Arbeit vor den Verhandlern. Im Rahmenabkommen steht die Absicht, die endgĂŒltige Vereinbarung möglichst innerhalb von 60 Tagen zu erreichen.

US-Bauern reicher machen

Über die im Rahmenabkommen erwĂ€hnten iranischen Vermögenswerte sagte Vance, die USA und Katar behielten die Aufsicht darĂŒber, was wann ausgezahlt werde. Mit dem Geld wĂŒrden Sojabohnen, Mais und Weizen aus den USA gekauft. "Sollten die iranischen Vermögenswerte jemals freigegeben werden, werden sie dazu dienen, die amerikanischen Landwirte reicher zu machen und das iranische Volk zu ernĂ€hren", sagte Vance. Trump Ă€ußerte sich spĂ€ter im Weißen Haus Ă€hnlich.

Der Iran wies die Angaben zurĂŒck, wonach blockierte iranische Vermögenswerte fĂŒr den Kauf amerikanischer Agrarprodukte verwendet werden sollen. "Diese Behauptung entspricht in keiner Weise der RealitĂ€t", zitierte die Nachrichtenagentur Tasnim eine informierte Quelle aus dem iranischen Verhandlungsteam.

Der Tasnim-Bericht wurde von offizieller Seite bislang weder bestĂ€tigt noch dementiert. PrĂ€sident Massud Peseschkian erklĂ€rte lediglich, der Iran werde in den laufenden GesprĂ€chen keine Kompromisse eingehen, die nicht im Einklang mit den nationalen Interessen stĂŒnden. "Wo immer versucht wird, unsere Rechte zu missachten, werden wir nicht klein beigeben und uns nicht beugen", sagte der PrĂ€sident.

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