ROUNDUP, Irans

Irans PrÀsident fordert SolidaritÀt statt Proteste

31.12.2025 - 16:20:57

Der iranische PrÀsident Massud Peseschkian hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, SolidaritÀt zu zeigen, statt Proteste zu veranstalten.

"Wir befinden uns in einer Situation, in der es neben dem Druck durch auslĂ€ndische Feinde leider auch im Inland zu (Protest-)Handlungen kommt", sagte Peseschkian laut Nachrichtenagentur Irna. In einer solchen Krise sei es entscheidend, primĂ€r die SolidaritĂ€t im Land zu stĂ€rken, um so die bestehenden Probleme zu ĂŒberwinden.

Kurz nach Beginn der Proteste hatte Peseschkian in einer kurzen Botschaft wirtschaftliche Reformen versprochen und seine Dialogbereitschaft erklĂ€rt. Bei den Demonstranten stieß dies jedoch bislang auf keine Resonanz. FĂŒr sie sind der PrĂ€sident und seine Politik die Hauptursache der aktuellen Wirtschaftsmisere in dem eigentlich öl- und gasreichen Land.

Peseschkian kĂŒndigte an, die Regierung werde noch am Mittwochabend neue Entscheidungen zur Verbesserung der Wirtschaftslage und der Kaufkraft der Menschen treffen. Diese wĂŒrden bekanntgegeben, sobald sie finalisiert seien und beweisen, dass er und die Regierung sich ernsthaft um das Wohl der Menschen kĂŒmmerten, sagte der PrĂ€sident laut Medienberichten.

Politische FĂŒhrung spricht von auslĂ€ndischer Verschwörung

Die Regierung fĂŒhrt die Proteste seit Sonntag auf eine "auslĂ€ndische Verschwörung" zurĂŒck, die das Land in Unruhen und InstabilitĂ€t stĂŒrzen wolle. Vor allem Israel, der Erzfeind des Irans, steht im Mittelpunkt der iranischen Verschwörungstheorien. In den vergangenen Tagen haben der israelische Geheimdienst Mossad und der ehemalige MinisterprĂ€sident Naftali Bennett die iranischen Demonstranten offen unterstĂŒtzt.

"Wir dĂŒrfen nicht zulassen, dass wirtschaftlicher Druck zu einem Instrument der psychologischen KriegsfĂŒhrung des Feindes wird", sagte Vize-Innenminister Mohammed Bathaei dem Nachrichtenportal "Tabnak". Jede entmutigende Botschaft könne ihm zufolge "ungewollt im Interesse des Feindes wirken".

Am Mittwoch kam es den vierten Tag in Folge in der Hauptstadt Teheran und weiteren StĂ€dten zu Protesten gegen das islamische System. Dabei soll es zu gewaltsamen ZusammenstĂ¶ĂŸen mit Polizei und SicherheitskrĂ€ften gekommen sein. In Teheran wurden vier Studenten an der UniversitĂ€t Teheran festgenommen. Berichte in sozialen Medien ĂŒber einen Toten in der sĂŒdiranischen Provinz Fars konnten bislang nicht verifiziert werden.

Auslöser der Proteste war ein plötzlicher Anstieg der Devisenkurse am Sonntag. Die nationale WĂ€hrung Rial fiel auf ein Rekordtief und legte den Handel in den GeschĂ€ftsvierteln Teherans lahm. Die zunĂ€chst wirtschaftlich motivierten Proteste nahmen rasch politische ZĂŒge an - mit Parolen gegen das islamische System wie "Tod dem Diktator".

@ dpa.de