ROUNDUPFokus, Iran

Netanjahu fliegt zu GesprÀchen mit Trump

10.02.2026 - 14:43:46

Der israelische MinisterprÀsident Benjamin Netanjahu ist zu GesprÀchen mit US-PrÀsident Donald Trump in die USA gereist.

Vor seinem Abflug sagte der Regierungschef, bei dem Treffen am Mittwoch in Washington gehe es um mehrere Themen, darunter die Lage im Gazastreifen und in der Region sowie vor allem die Verhandlungen mit dem Iran. Er werde Trump die israelische Auffassung zu den GesprĂ€chen mit der Islamischen Republik darlegen, sagte er nach Medienberichten. Diese seien nicht nur fĂŒr Israel wichtig, "sondern fĂŒr alle, die Frieden und Sicherheit wollen".

Trump will Netanjahu am Mittwoch um 11.00 Uhr (Ortszeit, 17.00 Uhr MEZ) im Weißen Haus empfangen, wie ein hochrangiger Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur bestĂ€tigte.

Vertreter der US-Regierung und des Irans hatten am Freitag in der omanischen Hauptstadt Maskat GesprĂ€che begonnen. Ein Termin fĂŒr eine mögliche Fortsetzung steht bislang nicht fest.

Geheimdienstinformationen zum iranischen Raketenprogramm

Die israelische Zeitung "Jediot Achronot" berichtete, Netanjahu werde mit Trump voraussichtlich aktuelle Geheimdienstinformationen ĂŒber das iranische Raketenprogramm teilen, sowie ĂŒber das Massaker, das das Regime an seinen eigenen BĂŒrgern verĂŒbt hat". Die FĂŒhrung in Teheran hatte regierungskritische Massenproteste gewaltsam niederschlagen lassen, dabei wurden auf dem Höhepunkt der Proteste in den NĂ€chten des 8. und 9. Januar Tausende Demonstranten getötet.

Weiter hieß es, Netanjahu werde Trump zudem warnen, dass Teheran Langstreckenraketen entwickele, die die Vereinigten Staaten treffen können. Es ist das siebte Treffen der beiden Politiker seit Trumps Amtsantritt.

Israels Forderungen an ein mögliches Abkommen

Israel fordert, dass jegliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran auch eine Begrenzung ballistischer Raketen sowie ein Ende der UnterstĂŒtzung der iranischen VerbĂŒndeten in der Region beinhalten mĂŒsse. Der jĂŒdische Staat sieht in dem iranischen Atom- und Raketenprogramm seine grĂ¶ĂŸte existenzielle Bedrohung. Teheran bestreitet den Verdacht Israels und anderer westlicher Staaten, dass es heimlich Atomwaffen bauen will. Der Iran hat aber mehrfach erklĂ€rt, dennoch ĂŒber sein Atomprogramm verhandeln zu wollen, nicht aber ĂŒber seine Raketen.

Iran wirft Israel Zerstörung diplomatischer BemĂŒhungen vor

Bei einer Pressekonferenz in Teheran forderte Irans Außenamtssprecher die USA auf, ihre Entscheidungen in den Verhandlungen unabhĂ€ngig von Israel zu treffen. Ein Problem der Amerikaner sei die "Gefolgschaft gegenĂŒber den Forderungen des zionistischen Regimes", sagte Ismail Baghai. Israel habe wiederholt gezeigt, "Zerstörer jeglicher diplomatischer Prozesse" in der Region zu sein. Dazu zĂ€hle auch die seit 40 Jahren erhobene Behauptung, der Iran strebe nach einer Atombombe, sagte er.

Seit den israelischen und US-Angriffen auf Irans Atomprogramm im Juni hat die Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) keinen Zugang mehr zu dem Uran, das in beschĂ€digten Anlagen vermutet wird. Es handelt sich um mehr als 400 Kilogramm. Sie wĂŒrden nach Angaben von Fachleuten und Diplomaten fĂŒr mehrere Atomwaffen ausreichen, wenn sie zu einem noch etwas höheren Reinheitsgrad weiterverarbeitet wĂŒrden.

@ dpa.de