Nach Waffenruhe: Moskau erwartet US-Vermittler 'bald'
10.05.2026 - 15:33:04 | dpa.de"Schon ziemlich bald" kĂ€men der US-UnterhĂ€ndler Steve Witkoff und PrĂ€sident Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner zu GesprĂ€chen wieder nach Moskau, sagte der fĂŒr die Verhandlungen zustĂ€ndige Kremlbeauftragte Juri Uschakow dem russischen Staatsfernsehen. Ein Datum nannte er nicht.
Uschakow erklĂ€rte, dass durch zweitĂ€gige und "nicht einfache" telefonische Kontakte mit der US-Seite die noch bis diesen Montag laufende Waffenruhe zwischen Moskau und Kiew erreicht worden sei. Witkoff und Kushner hatten mehrfach die Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien gefĂŒhrt. Sie traten allerdings auf der Stelle, ein Durchbruch blieb aus.
Die US-Vermittler seien zudem mit dem Krieg im Nahen Osten beschĂ€ftigt gewesen, sagte Uschakow. Er machte einmal mehr deutlich, dass Russland zur Beendigung des Krieges bereit sei, wenn die Ukraine ihre StreitkrĂ€fte aus dem Donbass abziehe. "Sie wissen in der Ukraine, dass sie das tun mĂŒssen - und sie werden es frĂŒher oder spĂ€ter ohnehin machen", meinte Uschakow.
Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hatte diese Bedingung Moskaus stets kategorisch abgelehnt. Dabei geht es vor allem um das Gebiet Donezk, das Russland gröĂtenteils besetzt hat. Moskaus Truppen gelingt es bisher nicht, in die fĂŒr Kiew strategisch wichtigen StĂ€dte wie Kramatorsk und Slowjansk vorzudringen. Selenskyj weist die Kreml-Forderung zurĂŒck, die StĂ€dte kampflos aufzugeben.
Weiter Berichte ĂŒber VerstöĂe gegen Waffenruhe
Bei der am Freitag von Trump verkĂŒndeten dreitĂ€gigen Waffenruhe melden die Kriegsparteien auch am Sonntag massenhafte VerstöĂe. Allerdings betonen MilitĂ€rbeobachter, dass die Lage insgesamt deutlich ruhiger sei. Vor allem blieben die sonst ĂŒblichen Angriffe auf Energieanlagen tief im Hinterland aus. Die Angaben der Kriegsparteien sind von unabhĂ€ngiger Seite kaum ĂŒberprĂŒfbar.
Das russische Verteidigungsministerium behauptete am Sonntag, es habe bisher mehr als 16.000 VerstöĂe gegen die Waffenruhe gegeben. Dazu zĂ€hlen auch einzelne SchĂŒsse. Zudem seien 57 ukrainische Drohnen abgeschossen worden. Der ukrainische Generalstab sprach hingegen von mehr als 150 Angriffen von russischer Seite. Kiews LuftstreitkrĂ€fte zĂ€hlten 27 Attacken mit russischen Drohnen, die abgeschossen worden seien.
In Charkiw im Osten der Ukraine schlug laut Behörde eine Drohne in einem Wohnblock ein. Es habe fĂŒnf Verletzte gegeben, darunter zwei Kinder, hieĂ es.
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