Kreml, Kiew

Kreml wirft EU und Kiew fehlenden Verhandlungswillen vor

05.12.2025 - 14:47:08

Der Kreml gibt sich im Ukrainekrieg verhandlungsbereit und schiebt die Schuld fĂŒr mangelnde Fortschritte bei den GesprĂ€chen auf BrĂŒssel und Kiew.

Russland wolle Frieden und seine Ziele auf friedlichem Wege erreichen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Nachrichtenagenturen zufolge. "Aber leider werden diese friedlichen Mittel und der Weg politischer Verhandlungen von den EuropÀern und den Ukrainern abgelehnt." Eben darum habe Russlands PrÀsident Wladimir Putin den Befehl zum Beginn der "militÀrischen Spezialoperation" gegeben, sagte er.

Russland hatte als Kriegsziele stets den Verzicht der Ukraine auf einen Nato-Beitritt und den Schutz der russischsprachigen Minderheit im Nachbarland deklariert. Nach Beginn der Invasion erhob Putin aber auch Gebietsforderungen. So soll Kiew neben der bereits 2014 von Moskau annektierten Krim auch die ostukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk (Donbass) vollstÀndig abtreten. Anspruch erhob Putin zuletzt aber auch auf "Neurussland". Unter dieser historischen Bezeichnung sind neben den teilweise von Moskau besetzten Gebieten Saporischschja und Cherson auch die Regionen Mykolajiw und Odessa zusammengefasst.

Putin verhandelt mit den USA, nicht mit Ukraine

Ein Treffen mit dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj auf neutralem Boden hat Putin mehrfach abgelehnt. Stattdessen empfing er zuletzt Anfang der Woche den Sondergesandten von US-PrĂ€sident Donald Trump, Steve Witkoff, und Trumps Schwiegersohn, Jared Kushner, im Kreml. Dem Vernehmen nach ist Russland dabei nicht von seinen Forderungen abgerĂŒckt, die einer Kapitulation der Ukraine nahekommen. Wenn Kiew auf die russischen Forderungen nicht eingehe, werde der Krieg fortgesetzt, betonte Peskow nun.

Russland hat die Invasion vor knapp vier Jahren begonnen. Einschließlich der Krim hĂ€lt Russland derzeit etwa ein FĂŒnftel der ukrainischen LandesflĂ€che besetzt. Allerdings ist es Moskau auf militĂ€rischem Wege seit 2022 nicht gelungen, das beanspruchte Donbass-Gebiet völlig einzunehmen. Ausgehend vom derzeitigen Tempo der Eroberungen - seit Jahresbeginn rund 4.000 Quadratkilometer - wĂŒrde Russland das gesamte Gebiet nach Berechnungen amerikanischer MilitĂ€rexperten vom Institut ISW erst Mitte 2027 völlig besetzen können.

@ dpa.de