Finanzierung/Investitionen, Produktion/Absatz

Intel gibt PlĂ€ne fĂŒr Fabrik in Deutschland auf

24.07.2025 - 23:01:02

Der kriselnde Chipkonzern Intel US4581401001 gibt die milliardenschweren PlĂ€ne fĂŒr eine Fabrik in Magdeburg auf.

Geplante Projekte in Deutschland und Polen sollen nicht weiter vorangetrieben werden, um die ProduktionskapazitÀten zu optimieren, wie Intel mitteilte. Weitere Details wurden zunÀchst nicht genannt.

Im vergangenen September hatte es noch geheißen, der Fabrikbau werde sich voraussichtlich um zwei Jahre verzögern. Doch seitdem wurde die Lage von Intel noch komplizierter, der damalige Chef Pat Gelsinger musste das Unternehmen Ende 2024 verlassen. Sein Nachfolger Lip-Bu Tan griff zu einem harten Sparkurs, um die Bilanz in den Griff zu bekommen.

Intel gab das Aus der PlĂ€ne in Deutschland zusammen mit den Zahlen fĂŒr das vergangene Quartal bekannt. Demnach stagnierte der Umsatz im Jahresvergleich bei 12,9 Milliarden Dollar (10,98 Mrd. Euro). Unterm Strich gab es einen Verlust von 2,9 Milliarden Dollar nach roten Zahlen von 1,6 Milliarden Dollar ein Jahr zuvor.

3.000 ArbeitsplÀtze in Magdeburg waren geplant

Intel hatte in Sachsen-Anhalt den Bau von zunĂ€chst zwei Chip-Fabriken angekĂŒndigt. Der erste Spatenstich war fĂŒr 2024 angepeilt worden. Dabei sollten rund 3.000 ArbeitsplĂ€tze entstehen. Die Investition wurde auf rund 30 Milliarden Euro beziffert. Die Bundesregierung hatte 2023 staatliche Hilfen von 9,9 Milliarden Euro fĂŒr die Ansiedlung in Aussicht gestellt.

Gelsinger hatte einst behauptet, dass in Magdeburg die modernsten Produktionsverfahren zum Einsatz kommen sollten, mit denen Intel zur erfolgreicheren Konkurrenz aufschließen wolle. Der Produktionsbeginn war ursprĂŒnglich fĂŒr 2027 oder 2028 erwartet worden.

Intel dominierte einst die Chipbranche, fiel dann aber zurĂŒck. Ein entscheidender Moment war der verlorene Kampf um den Platz in Smartphones. Intel hoffte, die StĂ€rke im PC-GeschĂ€ft auf die Mobil-GerĂ€te zu ĂŒbertragen - doch bei den Computer-Handys setzten sich sparsamere Prozessoren durch. Smartphone-Chips kommen somit nicht von Intel, sondern von Wettbewerbern wie Qualcomm US7475251036oder TSMC TW0002330008. Und bei Chips fĂŒr KĂŒnstliche Intelligenz fĂŒhrt mit großem Abstand Nvidia US67066G1040.

@ dpa.de | US4581401001 FINANZIERUNG/INVESTITIONEN