Devisen: Euro behauptet im US-Handel höchsten Stand seit September 2021
16.09.2025 - 21:12:31Die europĂ€ische GemeinschaftswĂ€hrung kostete zuletzt 1,1870 Dollar und notierte damit auf dem Niveau von September 2021. Im frĂŒhen europĂ€ischen GeschĂ€ft war sie noch merklich unter 1,18 Dollar gehandelt worden. Die EuropĂ€ische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1807 (Montag: 1,1766) Dollar fest.
Der Euro profitierte von besser als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten aus Deutschland. So sind die Konjunkturerwartungen des Zentrums fĂŒr EuropĂ€ische Wirtschaftsforschung (ZEW) im September unerwartet gestiegen. Die Beurteilung der aktuellen Lage allerdings trĂŒbe sich ein.
"Zwar hat der Saldo der LageeinschÀtzungen nachgegeben, der Anstieg des Erwartungssaldos aber lÀsst hoffen, dass im Verlauf der kommenden Quartale eine konjunkturelle Belebung einsetzt", kommentierte Ralf Umlauf, Volkswirt bei der Landesbank Helaba. "Die Zinssenkungserwartungen hinsichtlich der EZB werden demnach gedÀmpft bleiben." Die EuropÀische Zentralbank (EZB) hatte zuletzt ihre Zinsen bestÀtigt. Die meisten Experten erwarten auch auf der kommenden Sitzung im Oktober keine Leitzinssenkung.
Anleger blicken allerdings vermehrt auf die US-Notenbank Fed. Die besser als erwartet ausgefallenen EinzelhandelsumsĂ€tze in den USA bewegten den Markt kaum. Derzeit gehen Ăkonomen ĂŒberwiegend davon aus, dass die US-Notenbank Fed an diesem Mittwoch eine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte bekanntgeben wird. "Der Konsument ist somit weiterhin eine tragende SĂ€ule der Wirtschaft der Vereinigten Staaten", kommentiert Nord/LB-Analyst Tobias Basse. Mit diesen Zahlen ist eine krĂ€ftige Senkung der US-Leitzinsen noch unwahrscheinlicher geworden.
Der Machtkampf zwischen US-PrĂ€sident Donald Trump und der US-Notenbank Federal Reserve geht unterdessen in die nĂ€chste Runde. Das von Trump angerufene Berufungsgericht blockiert die Entlassung von Fed-Gouverneurin Lisa Cook, derweil der Senat die Ernennung von Stephen Miran, einem Trump-Vertrauten, als Gouverneur der Fed bestĂ€tigte. Die Fed-Sitzung könnte damit nach Expertenmeinung Ă€uĂerst kontrovers verlaufen.

