ROUNUP, Labordienstleister

ROUNUP: Labordienstleister Sartorius nimmt Fahrt auf - Zollrückzahlungen dämpfen

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 12:36 Uhr | dpa.de

Der Labordienstleister und Pharmazulieferer Sartorius DE0007165631 profitiert weiterhin von der Nachfrage nach Verbrauchsmaterialien und sieht sich auf Kurs zu seinen Jahreszielen.

"Das wiederkehrende Geschäft blieb der wichtigste Wachstumstreiber beider Sparten", sagte Vorstandschef Michael Grosse am Donnerstag. Gleichzeitig sei das Geschäft mit Anlagen und Instrumenten zu leichtem Wachstum zurückgekehrt. Derweil dämpft ein buchhalterischer Sondereffekt die Umsatzentwicklung, denn der Konzern will seinen Kunden zu viel gezahlte US-Zollaufschläge zurückzahlen. An der Börse konnte die Aktie ihre anfänglich starken Gewinne nicht halten.

Die im Mittelwerte-Index MDax DE0008467416 notierte Aktie drehte nach frühen Gewinne ins Minus, am späten Vormittag verlor sie 4,9 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt das Papier nun mehr als 13 Prozent im Minus. Erst am Dienstag war der Anteilsschein im Schlepptau eines Kurseinbruchs beim Konkurrenten Danaher US2358511028 auf ein Tief seit Mitte Juni gefallen. Der US-Wettbewerber hatte vor allem in der Bioprozesssparte enttäuscht.

Auf die Sartorius-Zahlen reagierten Analysten dagegen zunächst positiv. Die bestätigte Prognose und das starke bereinigte Wachstum der Bioprozesssparte seien beruhigend, schrieb etwa Richard Vosser von der US-Bank JPMorgan. Dass die ausgewiesenen Zahlen des Konzerns und seiner französischen Biotech-Tochter Sartorius Stedim Biotech FR0013154002 etwas unter dem Marktkonsens lägen, sei dem Sondereffekt durch die Rückzahlung von US-Zöllen an Kunden begründet.

Wie Sartorius weiter mitteilte, erhielten die Niedersachsen zum Ende des zweiten Quartals 26 Millionen Euro als Rückzahlungen auf US-Zölle, nachdem der Supreme Court diese generell für unzulässig erklärt hatte. Da die Zollaufschläge zuvor größtenteils an Sartorius' Kunden weitergereicht worden waren, will der Konzern nun das Geld an diese vollständig zurückzahlen. Dafür wurden die Beträge in der Halbjahresbilanz bereits als umsatzmindernd erfasst. Insgesamt habe das Unternehmen rund 40 Millionen Euro an Zollerstattungen beantragt, sagte Grosse. Ob und wann die noch ausstehenden rund 14 Millionen ausgezahlt würden, sei offen.

Insgesamt wies Sartorius somit für die ersten sechs Monate ein Umsatzplus von 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 1,81 Milliarden Euro aus. Hierzu trugen sowohl die maßgeblich unter dem Dach von Sartorius Stedim laufende Bioprozesssparte bei als auch das wesentlich kleinere Laborgeschäft. Exklusive der Zollkompensationen und währungsbereinigt habe das Umsatzwachstum 7,7 Prozent betragen, Rückzahlungen einberechnet seien es 1,5 Prozentpunkte weniger gewesen.

Keinen Effekt hatten die Rückzahlungen laut Sartorius auf die Gewinnkennziffern: Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um knapp 4 Prozent auf 548 Millionen Euro. Die entsprechende Marge kletterte auf 30,3 Prozent verglichen mit 29,8 Prozent ein Jahr zuvor. Unter dem Strich verdiente der Konzern gut 122 Millionen Euro, nach 81 Millionen ein Jahr zuvor.

Laut Michael Grosse zeigen die Zahlen, dass sich abseits des Sondereffekts durch die geplanten Rückzahlungen Sartorius wie erwartet positiv und in die richtige Richtung entwickelt. Treiber des Geschäfts sei vor allem die Region Asien - auch dank einer Erholung im wichtigen chinesischen Markt, wo die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten rege seien. Insgesamt bleibe das Unternehmen für die Entwicklung in der Region "vorsichtig optimistisch". Auch der Auftragsbestand bei den zuvor noch schwächelnden Anlagen und Instrumenten mache ihn zuversichtlich, dass sich der jüngste Aufwärtstrend fortsetzen dürfte.

Für das Gesamtjahr hält der Konzernlenker daher an seinen Prognosen fest. Geplant ist weiterhin ein währungsbereinigtes Umsatzplus von 5 bis 9 Prozent. Da nun aber die Zollrückzahlungen von bis zu 40 Millionen Euro mit eingeplant werden, könnte der Konzern eigenen Angaben zufolge am unteren Ende der Spanne herauszukommen. Ohne die Entschädigungen würde Sartorius eher in der Mitte der Bandbreiten enden, so Grosse. Als operative Marge hat das Unternehmen unverändert etwas mehr als 30 Prozent im Visier, nachdem im Vorjahr die Profitabilität bei 29,7 Prozent gelegen hatte.

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