Ergebnisse, Produktion/Absatz

DHL nimmt sich fĂŒr 2030 krĂ€ftiges Wachstum vor - Aktie legt zu

24.09.2024 - 10:05:04

Der Logistikkonzern DHL Group DE0005552004 will sein GeschÀft bis Ende des Jahrzehnts krÀftig ausbauen.

Bis 2030 nimmt sich Vorstandschef Tobias Meyer im Vergleich zu 2023 eine Umsatzsteigerung um 50 Prozent auf mehr als 120 Milliarden Euro vor. "Wir wollen schneller und profitabler wachsen", sagte der Manager laut einer Mitteilung des Konzerns vom Montagabend. Zudem sollen die GeschÀftsbereiche E-Commerce sowie Post und Paket Deutschland zu eigenstÀndigen Gesellschaften werden. An der Börse kamen die Neuigkeiten am Dienstag gut an.

Kurz nach Handelsstart legte die DHL-Aktie um gut zwei Prozent auf 38,57 Euro zu und gehörte damit zu den stÀrksten Titeln im deutschen Leitindex Dax DE0008469008. Dennoch wird das Papier derzeit 14 Prozent billiger gehandelt als noch zum Jahreswechsel, wÀhrend der Dax von Rekord zu Rekord jagt.

FĂŒr seine WachstumsplĂ€ne setzt Meyer vor allem auf den Ausbau des konzerneigenen GeschĂ€fts. Der ganz ĂŒberwiegende Teil solle aus eigener Kraft erfolgen, sagte der Konzernchef im GesprĂ€ch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Übernahme anderer Unternehmen spielt fĂŒr ihn eine untergeordnete Rolle, er schließt sie aber auch nicht aus.

FĂŒr DHL sind ZukĂ€ufe laut dem Manager nur in zwei FĂ€llen sinnvoll: Falls sich dadurch eine zusĂ€tzliche geografische Abdeckung ergibt oder ein Ziel-Unternehmen in einer Nische tĂ€tig ist und auf diesem Weg spezielles Know-how in den Konzern einbringt. Akquisitionen nur fĂŒr eine Umsatzsteigerung seien weniger interessant, erklĂ€rte Meyer.

Der Beitrag potenzieller Übernahmen sei in den angepeilten gut 120 Milliarden Euro nach aktuellem Stand der Strategie bereits enthalten. Im Vergleichsjahr 2023 hatte DHL einen Umsatz von knapp 82 Milliarden Euro erzielt.

Wichtigste Grundlage fĂŒr das weitere Wachstum des DHL-GeschĂ€fts soll auch in den kommenden Jahren der Online-Handel sein. Laut Meyer ist schon jetzt mehr als ein Viertel des Konzernumsatzes mit dieser Branche verknĂŒpft.

Außerdem definiert die DHL in ihrer neuen Strategie die VerĂ€nderungen in der Pharmabranche als Wachstumsmarkt. Dort wĂŒrden etwa spezialisierte Logistiklösungen wie temperaturgefĂŒhrte TiefkĂŒhl- oder Kryolagerung benötigt. Obendrein will das Unternehmen bei der Umstellung auf erneuerbare Energien und der Transformation des Automobilsektors ein StĂŒck vom Kuchen abbekommen und etwa die Logistik fĂŒr WindradflĂŒgel und Batteriespeichersysteme bereitstellen.

Zudem will Meyer den Fokus auf schnell wachsende Regionen der Welt legen. Dazu zÀhlt er LÀnder in Asien, Afrika und dem Nahen Osten. Wachstumspotenzial sieht er generell bei kleinen Unternehmen aus dem Bereich Online-Handel sowie bei Firmen aus dem produzierenden Gewerbe, die international wachsen wollen.

Ändern will der Manager die rechtliche Struktur von Konzernteilen. Demnach sollen die Bereiche E-Commerce sowie Post und Paket Deutschland kĂŒnftig als eigenstĂ€ndige Gesellschaften gefĂŒhrt werden, Ă€hnlich den bereits bestehenden Gesellschaften. Konzernchef Meyer sprach von der "Entwirrung eines WollknĂ€uels". Nach seiner EinschĂ€tzung handelt es sich um eine technische Maßnahme, von der weder Kunden noch Angestellte viel mitbekommen dĂŒrften.

So soll die neue rechtliche Struktur zu keinen inhaltlichen Änderungen im Konzernportfolio, von TarifvertrĂ€gen und Schutzvereinbarungen, Managementverantwortlichkeiten oder anderen rechtlichen Verpflichtungen fĂŒhren. Das deutsche BriefgeschĂ€ft werde weiterhin unter dem Namen Deutsche Post AG laufen, hieß es. FĂŒr die Umsetzung veranschlagt der Vorstand ein bis zwei Jahre.

Meyer sieht in der neuen rechtlichen Struktur auch "ein Bekenntnis zum Portfolio" und spielt damit auf Entwicklungen der vergangenen Jahre an. Da das Brief- und PaketgeschĂ€ft im Heimatmarkt Deutschland zunehmend schrumpfte und immer unprofitabler wurde, war ĂŒber eine mögliche Abspaltung spekuliert worden.

Die DHL hat fĂŒnf GeschĂ€ftsbereiche: die Beförderung von zeitkritischen Dokumenten und Waren (DHL Express), den internationalen GĂŒtertransport auf dem Luft-, See- und Landweg (DHL Global Forwarding, Freight), Lieferkettenlösungen (DHL Supply Chain), den nationalen Pakettransport außerhalb Deutschlands (DHL E-Commerce) sowie den Transport von Briefen und Paketen im Heimatmarkt (Post & Paket Deutschland).

Weitere Details zu den PlÀnen in der zweiten HÀlfte des Jahrzehnts sowie der geplanten nÀchsten Schritte will das Management an diesem Dienstag vorstellen.

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