Luftverkehr in Deutschland hinkt Entwicklungen in Europa hinterher
07.02.2024 - 12:07:05 | dpa.de"WĂ€hrend wir in Deutschland letztes Jahr 79 Prozent des Sitzplatzangebots von 2019 erreicht haben, lag das Angebot im ĂŒbrigen Europa wieder bei 96 Prozent", sagte Jost Lammers, PrĂ€sident des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), am Mittwoch in Berlin. Er kritisierte vor allem die staatlichen Standortkosten. Diese seien in Deutschland fĂŒr einen Flug mit einem Airbus NL0000235190 A320neo fĂŒnf- bis zehnmal höher als in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern. Die Lage werde sich mit weiteren Anhebungen der Luftverkehrssteuer und der LuftsicherheitsgebĂŒhren weiter verschĂ€rfen.
Mit Blick auf das Sitzplatzangebot 2024 verstetigten sich laut Lammers zwei Trends: Beim interkontinentalen Verkehr komme die Erholung weiter voran, das Sitzplatzangebot wachse von 87 Prozent auf 96 Prozent des Angebots von 2019. Im Verkehr in Europa erwartet der BDL ein kleineres Wachstum auf 91 Prozent des 2019er-Niveaus.
Im innerdeutschen Flugverkehr sind die Entwicklungen unterschiedlich. WĂ€hrend bei innerdeutschen FlĂŒgen ĂŒber die Drehkreuze Frankfurt und MĂŒnchen das Sitzplatzangebot 2023 um 14 Prozent im Vergleich zu 2022 gewachsen ist, ging es bei innerdeutschen FlĂŒgen, die diese beiden StĂ€dte nicht als Start- oder Zielort hatten, laut BDL um zwei Prozent zurĂŒck. Frankfurt und MĂŒnchen profitierten laut Verband von der Erholung des interkontinentalen Verkehrs. Die sogenannten dezentralen innerdeutschen FlĂŒge wĂŒrden dagegen zunehmend durch digitale Kommunikation und Verkehrsverlagerungen etwa auf die Schiene ersetzt.
Dazu passt, dass bei der Deutschen Bahn die durchschnittliche Reiseweite in den vergangenen Jahren krĂ€ftig gewachsen ist. 2022 gab es eine deutliche Steigerung auf 316 Kilometer. Wie ein Bahn-Sprecher der dpa mitteilte, wurde dieser Wert 2023 nach vorlĂ€ufigen Zahlen noch einmal ĂŒbertroffen. "Ein XXL-ICE mit 918 Sitzen beispielsweise bietet fĂŒnfmal mehr PlĂ€tze als ein typisches Mittelstreckenflugzeug", sagte der Sprecher. "Dadurch ist in der Regel genĂŒgend KapazitĂ€t vorhanden, um wĂ€hrend des Streiks an den FlughĂ€fen auf die DB umsteigende Reisende aufzunehmen."
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