Ergebnisse, Produktion/Absatz

ProSiebenSat.1-Chef Habets verlÀngert Vertrag

18.04.2025 - 14:23:25

Der Manager Bert Habets leitet auch in den nÀchsten Jahren den TV-Konzern ProSiebenSat.1 DE000PSM7770.

Der Aufsichtsrat hat den Vertrag des Vorstandsvorsitzenden um drei weitere Jahre bis Oktober 2028 verlĂ€ngert, wie die Privatsendergruppe in Unterföhring bei MĂŒnchen mitteilte. Der 54-JĂ€hrige ist seit Ende 2022 Konzernchef.

Damit gibt es an der Spitze des börsennotierten Unternehmens wieder etwas mehr KontinuitĂ€t. Es hatte in den vergangenen Jahren mehrere Wechsel gegeben, zuletzt war Rainer Beaujean 2022 ĂŒberraschend gegangen. Auf ihn folgte Habets, der vorher bei RTL als Manager tĂ€tig gewesen war.

ProSiebenSat.1 steht vor gleich mehreren großen Herausforderungen:

Die MailÀnder und die MachtverhÀltnisse

Der italienische GroßaktionĂ€r MediaForEurope NL0015000N09 (MFE) rund um die Familie des verstorbenen frĂŒheren italienischen MinisterprĂ€sidenten Silvio Berlusconi will seinen Einfluss ausbauen. Die MailĂ€nder wollen weitere Aktien zukaufen und die HĂŒrde von 30 Prozent nehmen. Es geht um die MachtverhĂ€ltnisse im börsennotierten Konzern mit rund 3,9 Milliarden Euro Umsatz (2024).

Im Interview der Deutschen Presse-Agentur sagte Habets ĂŒber die PlĂ€ne des GroßaktionĂ€rs nur: "Das konkrete Timing der AnkĂŒndigung hat uns schon etwas ĂŒberrascht. Es hat vorher keine Kommunikation dazu stattgefunden." Habets Ă€ußerte sich bislang nicht, wie er und der Vorstand zu dem Angebot der MailĂ€nder stehen - er verwies darauf, dass noch nicht alle Unterlagen dazu veröffentlicht seien. Mit großer Spannung wird die Hauptversammlung im Mai erwartet.

Wie viele Stellen fallen weg?

Es deutet vieles darauf hin, dass es erneut einen grĂ¶ĂŸeren Stellenabbau bei dem Privatkonzern geben könnte. Habets kĂŒndigte im dpa-Interview ein Freiwilligenprogramm an. Im Mai soll es Klarheit zum Stellenabbau geben. Bereits vor Jahren wurden rund 400 Jobs gestrichen. Ende 2024 gab es gut 7.000 Stellen im Konzern.

Die Streamingplattform Joyn

Joyn ist zum HerzstĂŒck des Konzerns geworden. Die Strategie ist, auf das KerngeschĂ€ft mit Entertainment zu setzen. Dazu trennt sich der Konzern von anderen Unternehmensbereichen. Joyn soll nach dem Willen der Manager zu der zentralen TV- und Streamingplattform im deutschsprachigen Raum werden. UmsĂ€tze will der Konzern mit Werbung machen, das Bezahl-Abo-Modell ist zweitrangig.

Aktuell gibt es einen Streit mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Es geht um die Einbindung von deren Angeboten bei Joyn. Die HĂ€user legen die Rechtslage unterschiedlich aus. In die Debatte kam ein ungewöhnlich scharfer Ton. Es laufen derzeit Gerichtsverfahren. ZDF und Arte bestĂ€tigten eine mĂŒndliche Verhandlung in der nĂ€chsten Woche.

Habets sagte im dpa-GesprĂ€ch zu dem Streit und einer Testphase, die bei ARD und ZDF auf Gegenwind stieß: "Unterm Strich bin ich aber froh, dass wir es gemacht haben, weil es den Dialog intensiviert und uns in der Konkretisierung der Zusammenarbeit weiterbringt. Ich hoffe, dass wir zu einer guten und partnerschaftlichen Lösung kommen." Er machte aber auch klar, dass die Einbindung der Inhalte der Öffentlich-Rechtlichen kommen werde. Man wolle dies aber auf eine kooperative Weise umsetzen.

Mehr Umsatz: Shopping

Um weitere Erlösquellen zu finden, nimmt Habets einen Bereich in den Blick: Shopping. Im dpa-GesprĂ€ch sagte er: "Da wir unser Geld mit Werbung verdienen, ist es auch essenziell, dass wir nah an unseren Werbekunden sind." Durch Technologie und Einsatz von kĂŒnstlicher Intelligenz können demnach die Werbekunden ihre Zielgruppen passgenau erreichen. Man arbeite "gerade auch an dem Aufbau von neuen Einnahmequellen wie zum Beispiel integrierten Shopping-Bereichen auf Joyn".

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