Experte Neitzel rÀt zu mehr Entschlossenheit beim neuem Wehrdienst
10.11.2025 - 12:46:51"FĂŒr einen raschen personellen Aufwuchs der Bundeswehr wĂ€re die EinfĂŒhrung einer Auswahlwehrpflicht zwingend notwendig", sagte Neitzel den Fachpolitikern in einer Anhörung des Verteidigungsausschusses.
Weil dies politisch derzeit nicht durchsetzbar erscheine, meine das Verteidigungsministerium, den Aufwuchs der Bundeswehr ĂŒber die Freiwilligkeit erreichen zu können, sagte Neitzel.
In seiner schriftlichen Stellungnahme verwies er zudem auf ĂuĂerungen der Bundesregierung, dass Russland in wenigen Jahren die Nato angreifen könnte. "Das Verteidigungsministerium glaubt, einen Aufwuchs auf freiwilliger Basis bis 2035 zu erreichen. Das bedeutet, dass man sich im Schnitt einen Aufwuchs von 8.000 Mann pro Jahr zum Ziel setzt", so Neitzel. Er sagte: "WĂ€re die Bundeswehr bei ihrer Aufstellung im Kalten Krieg in dieser Geschwindigkeit aufgewachsen, hĂ€tte der Aufbau 60 Jahre gedauert."
Fachleute - darunter auch der Chef des Bundeswehrverbands, AndrĂ© WĂŒstner, und der GeneralsekretĂ€r der BundesschĂŒlerkonferenz, Quentin GĂ€rtner - beantworteten am Montag Fragen von Abgeordneten.
Das Gesetz ĂŒber einen neuen Wehrdienst war nach langem Streit in der Koalition Mitte Oktober zunĂ€chst in der vom Kabinett beschlossenen Fassung in den Bundestag eingebracht worden. Inhaltlich ist dieser Entwurf zwischen Union und SPD aber umstritten und wird sich im parlamentarischen Verfahren noch Ă€ndern. Es geht unter anderem um die Frage, welche Mechanismen greifen sollen, falls durch Freiwilligkeit nicht genĂŒgend Wehrdienstleistende zusammenkommen. Diskutiert wird auch ĂŒber mögliche Zufalls- oder Losverfahren.

