H&M enttÀuscht mit Quartalszahlen und Entwicklung im Juni - Kursrutsch
27.06.2024 - 11:28:18Auch die Zahlen zum abgelaufenen Quartal enttĂ€uschten die Erwartungen der Analysten. An den Jahreszielen hĂ€lt das Management am Donnerstag zwar fest; es dĂŒrfte allerdings schwieriger werden, sie tatsĂ€chlich zu erreichen. Die H&M-Aktien brachen ein. Am Vormittag verloren die Papiere bis zu 15 Prozent auf 165,45 schwedische Kronen und fielen zeitweise auf ein Tief seit Mitte April.
Der jĂŒngste AufwĂ€rtstrend, der sie zuletzt bei 195 Kronen auf ein Hoch seit Anfang Juli getrieben hatte, findet also ein jĂ€hes Ende. Die Papiere sackten auch unter die kurzfristiger geprĂ€gten 21- und 50-Tage-Linien. Seit Jahresbeginn hat H&M knapp vier Prozent an Börsenwert auf umgerechnet rund 24 Milliarden Euro verloren. Zum Vergleich: Die Marktkapitalisierung des Konkurrenten Inditex ES0148396007 (Zara, Bershka, Massimo Dutti) zog um rund ein FĂŒnftel auf 145 Milliarden Euro an.
Bei H&M dĂŒrfte der Umsatz im Juni in LandeswĂ€hrungen gerechnet sechs Prozent unter dem Vorjahreswert liegen, teilten die Schweden am Donnerstag in Stockholm mit. Vor allem zu Monatsbeginn habe schlechtes Wetter in zahlreichen MĂ€rkten die GeschĂ€fte belastet. Dazu kĂ€me ein hoher Vergleichswert bei den Erlösen ein Jahr zuvor. RBC-Analyst Richard Chamberlain sprach von einer enttĂ€uschenden Entwicklung, H&M habe seine ohnehin vorsichtigen SchĂ€tzungen noch etwas unterboten.
Obendrein dĂŒrften die Kosten durch Rabatte im VerhĂ€ltnis zum Umsatz im dritten GeschĂ€ftsquartal leicht ĂŒber dem Vorjahresquartal liegen. Schon zu Beginn des Jahres musste H&M einige BestĂ€nde billiger losschlagen. Hauptgrund war auch in diesem Fall das Wetter und ein in der Folge kurzes Zeitfenster fĂŒr den Verkauf der Herbstkollektion. Im abgelaufenen Quartal hatte sich die Entwicklung der Rabatte immerhin zeitweise normalisiert und lag auf dem Niveau von vor einem Jahr.
Ansonsten enttÀuschte H&M aber auch im zweiten GeschÀftsquartal auf ganzer Linie: Die Erlöse stiegen um drei Prozent auf 59,6 Milliarden schwedische Kronen (rund 5,3 Mrd Euro). Der operative Gewinn kletterte von 4,7 Milliarden im Vorjahreszeitraum auf 7,1 Milliarden Kronen nach oben. Die operative Marge lag bei 11,9 Prozent und damit deutlich höher als vor einem Jahr. Nach Steuern verdiente H&M knapp 5 Milliarden Kronen und damit gut die HÀlfte mehr als vor einem Jahr. Analysten hatten sich allerdings wesentlich mehr erhofft.
Das Zahlenwerk folge auf eine starke Erholung der Aktien in den Vormonaten, schrieb Jefferies-Analyst James Grzinic in einer ersten Reaktion. Dabei habe speziell der operative Gewinn die Erwartungen verfehlt und laste nun auf dem Aktienkurs. Richard Edwards von der US-Investmentbank Goldman Sachs wies auĂerdem darauf hin, dass H&M im abgelaufenen Quartal zwar UmsĂ€tze etwa wie vor der Pandemie gemacht habe. Im Juni dĂŒrften die Erlöse aber neun Prozent unter dem Vor-Corona-Niveau liegen.
Der neue H&M-Chef Daniel ErvĂ©r hĂ€lt trotzdem an seinem Jahresziel fest und peilt 2024 weiterhin eine operative Marge von 10 Prozent an. "Die Bedingungen, um dieses Level zu erreichen, sind allerdings herausfordernder geworden", sagte er laut Mitteilung. Dabei verwies er auf teurere Materialien im Einkauf und ungĂŒnstigere Wechselkurse, die im zweiten GeschĂ€ftshalbjahr einen stĂ€rkeren negativen Einfluss auf den Umsatz haben dĂŒrften als gedacht. Im abgelaufenen GeschĂ€ftsjahr lag die Marge bei 6,2 Prozent.

