Ergebnisse, Produktion/Absatz

RĂŒcklĂ€ufiges China-GeschĂ€ft bremst Hugo Boss im ersten Quartal

02.05.2024 - 10:09:07

Der ModehÀndler Hugo Boss DE000A1PHFF7 hat sich zu Jahresbeginn trotz zögerlicher Kunden besser entwickelt als gedacht.

Die Entwicklung im ersten Quartal zeige, dass das Erreichen der Jahresprognose sehr realistisch sei, sagte Finanzchef Yves MĂŒller in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Entsprechend bestĂ€tigte der Konzern seine Ziele fĂŒr 2024. Mit dem Zahlenwerk zum ersten Quartal ĂŒberzeugte Hugo Boss zunĂ€chst Analysten und Anleger: Zum Handelsbeginn stieg die Aktie noch um 3,9 Prozent. Die Freude wĂ€hrte allerdings nur kurz. Aussagen des Managements zum rĂŒcklĂ€ufigen China-GeschĂ€ft ĂŒberschatteten dann die Quartalszahlen. Zuletzt notierte die Hugo-Boss-Aktie leicht im Minus.

Zwar sei der Konzern in Asien insgesamt um wĂ€hrungsbereinigt vier Prozent gewachsen - vor allem die Regionen Japan und SĂŒdostasien hĂ€tten sich "stark" entwickelt, sagte MĂŒller. Im ersten Quartal sei das GeschĂ€ft in China aber im hohen einstelligen Prozentbereich rĂŒcklĂ€ufig gewesen, erlĂ€uterte Finanzchef MĂŒller. Grund sei eine "hohe Vergleichsbasis" im Vorjahr. Auch der französische Modekonzern und Gucci-Eigner Kering FR0000121485 hatte zum Jahresauftakt mit der ZurĂŒckhaltung wohlhabender KĂ€ufer in China gehadert.

Dabei hatte sich Hugo Boss zwischen Januar und Ende MĂ€rz insgesamt einen Tick besser entwickelt als vom Markt erwartet. Der Umsatz stieg gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum um fĂŒnf Prozent und knackte damit die Eine-Milliarde-Euro-Marke, wie das im MDax DE0008467416 notierte Unternehmen am Donnerstag in Metzingen mitteilte. Neben dem Vertrieb im Internet legte auch der Umsatz im stationĂ€ren Großhandel deutlich zu, wĂ€hrend das EinzelhandelsgeschĂ€ft moderat wuchs.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um sechs Prozent auf 69 Millionen Euro. Die entsprechende Marge verbesserte sich leicht auf 6,8 Prozent. Unter dem Strich verdiente der Konzern nach Minderheiten 38 Millionen Euro nach 35 Millionen im Jahr zuvor. Dank geringerer Marketingkosten sei der Gewinn etwas höher ausgefallen als erwartet, schrieb Expertin Chiara Battistini von der Bank JPMorgan in einem ersten Kommentar.

Die Baader Bank setzte die Aktie nun gar frisch auf ihre Liste der "Top Picks". Frederick Wild von Jefferies Research meinte, die Ergebnisse seien der notwendige Treiber fĂŒr eine Aktie, die zuletzt Schwierigkeiten hatte, aus ihrer Flaute herauszukommen. In diesem Jahr hat der Kurs bislang um ein Viertel nachgegeben.

FĂŒr das laufende Jahr erwartet der Vorstand weiter ein Umsatzwachstum von drei bis sechs Prozent auf 4,30 bis 4,45 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll um 5 bis 15 Prozent auf 430 bis 470 Millionen Euro steigen und die entsprechende Marge sich damit leicht verbessern.

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