Ergebnisse, Produktion/Absatz

Konsumflaute macht Hugo Boss Strich durch die Rechnung - Aktie sackt ab

07.03.2024 - 10:40:02

Der ModehÀndler Hugo Boss DE000A1PHFF7 rechnet wegen der Konsumflaute sowie geopolitischer Spannungen bis 2025 mit langsamerem Wachstum.

Das Umsatzziel von fĂŒnf Milliarden Euro fĂŒr das Jahr 2025 dĂŒrfte sich zudem "leicht verzögern", teilte das Unternehmen am Donnerstag in Metzingen mit. Zeitgleich wollen Konzernchef Daniel Grieder und Finanzchef Yves MĂŒller aber die ProfitabilitĂ€t auf Vordermann bringen. Anlegern gefĂ€llt die trĂ€gere Entwicklung ĂŒberhaupt nicht. Am Donnerstagvormittag verloren die Hugo-Boss-Papiere fast ein FĂŒnftel an Wert.

Konzernchef Grieder stellte in einer Telefonkonferenz mit Journalisten klar, dass sich das Ziel von fĂŒnf Milliarden Euro Umsatz eher um Monate statt um Jahre nach hinten verschieben dĂŒrfte. Vor allem in Europa lĂ€hme die Kaufunlust der Verbraucher die GeschĂ€fte. Die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten kĂ€men erschwerend hinzu. Zugleich peilt Grieder eine operative Marge von mindestens zwölf Prozent bis 2025 an.

In diesem Jahr erwartet der Vorstand ein Wachstum von drei bis sechs Prozent auf 4,30 bis 4,45 Milliarden Euro Erlös. Analysten hatten sich mehr erhofft. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll dieses Jahr um 5 bis 15 Prozent auf 430 bis 470 Millionen Euro steigen und die entsprechende Marge sich damit leicht verbessern. Neben Optimierungen im GeschĂ€ft hofft der Vorstand auf geringere Produktkosten, weil die Rohstoffpreise zurĂŒckgehen.

GerĂŒchten um einen Einstellungsstopp widersprach Grieder. Zugleich betonte der Manager, dass er weiter Geld ins Marketing stecken möchte. KĂŒnftig will er aber mit demselben Budget "effektiver" um die Aufmerksamkeit von Kunden buhlen.

Analysten zeigten sich enttĂ€uscht von den Prognosen. "Die Strahlkraft der erneuerten Marke reicht offensichtlich nicht mehr aus, um in einem schwachen Konsumumfeld die bisherigen Wachstumserwartungen zu erfĂŒllen", kommentierte DZ-Bank-Branchenexperte Thomas Maul. Das Management mĂŒsse nun beweisen, dass die versprochenen Effizienzgewinne und Kosteneinsparungen auch realisiert werden und das 2025er-Margenziel tatsĂ€chlich noch erreichbar ist.

Im abgeschlossenen Jahr hatte Hugo Boss den Umsatz - wie bereits bekannt - noch um 15 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro gesteigert und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um mehr als ein FĂŒnftel auf 410 Millionen Euro vergrĂ¶ĂŸert. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen mit 258 Millionen Euro fast ein Viertel mehr. Den Hugo-Boss-Anlegern winkt mit 1,35 Euro je Aktie eine um 35 Prozent höhere Dividende.

Am Mittwoch hatte der Aufsichtsrat bereits die VertrĂ€ge von Konzernchef Grieder und Finanzchef MĂŒller verlĂ€ngert. Grieder leitet damit bis Ende 2028 den Modekonzern, wĂ€hrend MĂŒller bis Ende 2027 die Finanzen verantwortet. Der bisherige Verkaufsleiter Oliver Timm wurde zudem zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt. Experte Michael Kuhn von Deutsche Bank Research vermutet, dass er zu einem spĂ€teren Zeitpunkt den Platz von Konzernchef Grieder einnehmen könnte.

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