Ergebnisse, Produktion/Absatz

Daimler Truck von US-Zöllen erfasst - Quartal ordentlich

13.05.2025 - 21:19:37 | dpa.de

Der Nutzfahrzeughersteller Daimler Truck DE000DTR0CK8 hat wegen der Unsicherheit auf seinem profitabelsten Markt Nordamerika infolge der US-Zölle seinen Jahresausblick gesenkt.

Konzern-Chefin Karin Radström geht auf dem wichtigen Markt jetzt von weniger Lkw-VerkĂ€ufen aus und damit auch insgesamt von weniger Umsatz und Gewinn, wie das Dax DE0008469008-Unternehmen ĂŒberraschend am Dienstagabend in Leinfelden-Echterdingen mitteilte. Markt und Absatz in Nordamerika wĂŒrden nun schwĂ€cher eingeschĂ€tzt, hieß es zur BegrĂŒndung. Die Kursverluste hielten sich nachbörslich im Rahmen, weil die Zahlen zum ersten Quartal besser ausfielen als von Experten befĂŒrchtet.

Das Papier verlor auf der Handelsplattform Tradegate weniger als ein Prozent gegenĂŒber dem Xetra-Schluss. Von seinem Jahreshoch bei 45,33 Euro frĂŒh im MĂ€rz war der Kurs mit den Zollkapriolen von US-PrĂ€sident Donald Trump bis auf fast 30 Euro abgerutscht, hatte sich davon aber mit einem Anstieg bis auf fast 40 Euro zuletzt schon wieder erholt.

Im IndustriegeschĂ€ft ohne Finanzdienstleistungen geht das FĂŒhrungsduo um Radström und Finanzchefin Eva Scherer 2025 nun nur noch von 48 bis 51 Milliarden Euro Umsatz aus. Bisher standen 52 bis 54 Milliarden in den Planungen. Seit dem Zollgewitter von Trump sind die Speditionen in den USA unsicher, wie es mit dem GeschĂ€ft weiterlĂ€uft und wie viele Waren sie etwa aus den HĂ€fen des Landes kĂŒnftig noch im Land verteilen werden. Die Daimler-Truck-Kunden ĂŒberlegen daher lĂ€nger, ob sie aktuell neue Fahrzeuge bestellen.

Auf dem nordamerikanischen Markt dĂŒrfte Daimler Truck dieses Jahr nur noch 155.000 bis 175.000 Lkw verkaufen, bisher hatte das Management mit 180.000 bis 200.000 StĂŒck gerechnet. Auch den Gesamtmarkt auf dem Highway im Schwerlastverkehr schĂ€tzt das Unternehmen schwĂ€cher ein. Die starke Position in den USA mit den Hauptmarken Freightliner und Western Star ließ Daimler Truck zum WeltmarktfĂŒhrer im Schwerlastverkehr werden, hier verdienen die Schwaben den Großteil ihres Geldes. Im Gesamtkonzern rechnet der Vorstand jetzt mit einem Absatz von 430.000 bis 460.000 Fahrzeugen statt mit 460.000 bis 480.000.

"Angesichts der steigenden wirtschaftlichen Unsicherheit und des daraus resultierenden Drucks auf die Nachfrage in den USA, haben wir unsere Absatzerwartung fĂŒr das Gesamtjahr reduziert, wĂ€hrend wir unseren Renditeausblick unverĂ€ndert belassen", sagte Finanzchefin Scherer laut Mitteilung. Die Verkaufspreise und die laufenden Kosten sind also nicht das Problem, im IndustriegeschĂ€ft sollen weiter von 100 Euro Umsatz 8 bis 10 Euro als operativer Gewinn vor Sonderposten (Ebit) ĂŒbrigbleiben.

Wegen der geringeren VerkÀufe und wegen einer schwierigeren Lage im nordamerikanischen FinanzierungsgeschÀft erwartet das Unternehmen das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf Konzernebene aber nun nur noch in einer Bandbreite von minus bis plus 5 Prozent um das Vorjahresergebnis von 4,7 Milliarden Euro. Bisher sollte es um 5 bis 15 Prozent anziehen.

Schon lĂ€nger trĂŒbt die verhaltene Nachfrage die GeschĂ€fte in der Branche, zum schwachen europĂ€ischen Markt wegen der mauen Wirtschaftslage kommt nun die Unsicherheit in den USA hinzu. Im ersten Quartal gingen die AuftragseingĂ€nge von Daimler Truck um drei Prozent auf 103.151 Fahrzeuge zurĂŒck. Rivale Traton DE000TRAT0N7 aus dem VW DE0007664039-Konzern hatte hingegen von einem Aufschwung bei den Bestellungen berichtet.

Doch allgemein fielen die ersten drei Monate besser aus als von Fachleuten befĂŒrchtet. Der Umsatz im FahrzeuggeschĂ€ft gab im Jahresvergleich um 7 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro nach, das bereinigte operative Ergebnis aber nur um 4 Prozent auf 1,16 Milliarden Euro. Schlechter lief es vor allem weiter in Europa, wo Radström der Marke Mercedes-Benz bereits ein milliardenschweres Sparprogramm verordnet hat, dem auch eine noch unbekannte Zahl von Jobs in Deutschland zum Opfer fallen wird.

Analysten hatten aber mit noch schwĂ€cheren Zahlen gerechnet. Vor allem die Umsatzrendite in den IndustriegeschĂ€ften ĂŒbertraf mit einem Anstieg um 0,3 Prozentpunkte auf 9,6 Prozent die Erwartungen. Der auf die AktionĂ€re entfallende Gewinn ging lediglich um vier Prozent auf 770 Millionen Euro zurĂŒck.

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