Daimler Truck setzt auf MilitĂ€rgeschĂ€ft fĂŒr neues Wachstum
15.06.2026 - 10:09:13 | dpa.deDer Konzern bĂŒndelt seine weltweiten AktivitĂ€ten unter der neuen Dachmarke Daimler Truck DE000DTR0CK8 Defence und richtet sein GeschĂ€ft konsequent auf globales Wachstum aus, wie das Unternehmen aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart mitteilte.
Daimler Truck sehe im GeschÀft mit der Verteidigung einen klaren Wachstumstreiber der kommenden Jahre, hieà es laut Mitteilung. Ziel sei es, bis 2028 hier einen Umsatz von einer Milliarde Euro zu erreichen. Zum Vergleich: 2025 lag der Umsatz des Konzerns insgesamt bei 49,5 Milliarden Euro.
Im vergangenen Jahr habe der Umsatz im Verteidigungsbereich einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag ausgemacht, sagte Daimler-Truck-Defence-Chef Dennis Kinzelmann der Deutschen Presse-Agentur. Vom Absatz machten die MilitĂ€rfahrzeuge derzeit einen niedrigen einstelligen Prozentsatz aus. Der ganz groĂe Teil der verkauften Fahrzeuge sind also klassische Lkw und Busse.
Team am Standort Wörth soll wachsen
Im Zuge des strategischen Ausbaus erweitere Daimler Truck im Laufe der nĂ€chsten Jahre auch seine Entwicklungs-, Produktions-, Vertriebs- und ServicekapazitĂ€ten. Insgesamt seien derzeit rund 1.000 Menschen in diesem Bereich tĂ€tig, hieĂ es laut Mitteilung. Die Wachstumsstrategie werde maĂgeblich am rheinland-pfĂ€lzischen Standort Wörth am Rhein, unweit von Karlsruhe, gestaltet und fĂŒhre zu einem entsprechenden BeschĂ€ftigungsbedarf qualifizierter FachkrĂ€fte. Das Team in Wörth werde um ĂŒber 100 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erweitert, sagte Kinzelmann.
KĂŒnftig soll das Portfolio nicht nur Fahrzeuge von Mercedes-Benz DE0007100000 Trucks umfassen. Der Dax DE0008469008-Konzern verfĂŒgt neben der Marke Mercedes-Benz auch ĂŒber Marken wie zum Beispiel Western Star in Nordamerika oder BharatBenz in Indien.
Technologisch bediene sich Daimler Truck Defence aus dem Baukasten der zivilen Baureihen des Konzerns und kooperiere auch mit Partnerunternehmen. "Wir hatten und haben in Anbetracht der erhöhten Nachfrage eine sehr gute Ausgangsposition", sagte Kinzelmann. "Wir greifen auf Produkte zurĂŒck, die sich schon bewĂ€hrt haben." So werden Baureihen wie Unimog oder Arocs seit vielen Jahren fĂŒr nicht-militĂ€rische Anwendungen genutzt.
Nutzfahrzeughersteller unter Druck
Der Gewinn des Nutzfahrzeugstellers war im vergangenen Jahr um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf zwei Milliarden Euro eingebrochen. US-Zölle und eine schwache Nachfrage in Nordamerika hatten das GeschĂ€ft stark belastet. Auch Umsatz und Absatz waren zurĂŒckgegangen. Im ersten Quartal dieses Jahres war der Gewinn sogar um 80 Prozent eingebrochen. Um wettbewerbsfĂ€higer zu werden, hatte Daimler Truck bereits im vergangenen Jahr das Sparprogramm "Cost Down Europe" aufgelegt.
