Autokonzern Stellantis investiert Milliarden in den USA
15.10.2025 - 10:26:14Euro). Mit der Rekordsumme sollen das GeschÀft auf dem US-Markt und die dortige Produktion erhöht werden, wie Stellantis am spÀten Dienstagabend mitteilte.
Demnach sollen fĂŒnf neue Modelle auf den Markt gebracht und mehr als 5.000 ArbeitsplĂ€tze in den Werken in Illinois, Ohio, Michigan und Indiana geschaffen werden. Der Mutterkonzern von Marken wie Peugeot, Fiat, Chrysler und Opel sprach von der gröĂten Investition in der 100-jĂ€hrigen US-Geschichte des Unternehmens.
Der Vielmarkenkonzern reagiert damit einerseits auf das seit lĂ€ngerem schwĂ€chelnde GeschĂ€ft in den USA. Auch die von PrĂ€sident Donald Trump verhĂ€ngten Auto-Zölle dĂŒrften eine Rolle spielen. Mit der Verteuerung von Importen will Trump die Produktion im eigenen Land attraktiver machen. Hersteller mit Standorten in den USA sparen die Zölle und haben dadurch Vorteile auf dem wichtigen Markt.
Diese Investition in den USA werde "unser Wachstum vorantreiben, unsere Produktionsstandorte stĂ€rken und mehr amerikanische ArbeitsplĂ€tze in die Staaten bringen, in denen wir zu Hause sind", sagte Stellantis-Chef Antonio Filosa: "Erfolg in Amerika ist nicht nur gut fĂŒr Stellantis in den USA - er ist gut fĂŒr Stellantis insgesamt."
Stellantis war aus der Fusion der französischen PSA-Gruppe mit dem italoamerikanischen Fiat-Chrysler-Konzern entstanden. Im US-Markt sind mit Chrysler, Dodge, Jeep und Ram vier der 14 Fahrzeugmarken des Konzerns zu Hause.
Schon lÀnger Krise
Der Vielmarkenkonzern kriselt aber seit lĂ€ngerem, weil er auf dem nordamerikanischen Kontinent seine groĂen SUV und Pickups nicht mehr wie gewohnt loswird. Das hatte auch Ex-Chef Carlos Tavares den Job gekostet. Das GeschĂ€ft mit den teuren SUV und Pickups sorgte lange dafĂŒr, dass Stellantis den Löwenanteil seines Gewinns in den USA einfuhr.
Unter dem frĂŒheren US-PrĂ€sidenten Joe Biden wurden Autohersteller in den USA durch Emissionsregeln angehalten, in elektrische Automodelle zu investieren. Unter Trump jedoch wurden die Strafen fĂŒr eine Missachtung der Emissionsregeln aufgehoben, wodurch Autohersteller wieder stĂ€rker Automodelle mit höherem CO?-AusstoĂ in den USA herstellen können. Unter den geplanten Modellen in den US-Werken sind laut Stellantis auch Verbrenner.
Milliarden-Belastung durch US-Zölle
Stellantis erwartet fĂŒr 2025 hohe Belastungen durch die US-Zollpolitik. Es könnten fĂŒr das Gesamtjahr Sonderkosten von bis zu 1,5 Milliarden Euro zu Buche schlagen, hatte der VW DE0007664039-Rivale Ende Juli mitgeteilt. In den ersten sechs Monaten hatte Stellantis einen Milliardenverlust verbucht.
Der neue Konzernchef Filosa hatte nach der Zolleinigung der USA mit der EU eine Verbesserung im TagesgeschĂ€ft fĂŒr den Rest des Jahres in Aussicht gestellt. Zuletzt lieferten die Absatzzahlen einen Hoffnungsschimmer. Im dritten Quartal waren die Auslieferungen um 13 Prozent gestiegen. Steigende Verkaufszahlen in den USA trugen dazu entscheidend bei.

