Ergebnisse, Produktion/Absatz

Gerresheimer setzt auf Belebung im zweiten Halbjahr - Aktie gefragt

11.07.2024 - 09:40:30

Der Pharma-Verpackungshersteller Gerresheimer DE000A0LD6E6 sieht sich trotz eines trÀgen ersten Halbjahres auf Kurs zu seinen Jahreszielen.

Neu anlaufende Produktionslinien und auslaufende Belastungen durch den Lagerbestandsabbau bei den Kunden sollten zu einer deutlichen Belebung im zweiten GeschĂ€ftshalbjahr (bis Ende November) fĂŒhren, teilte der MDaxDE0008467416-Konzern am Donnerstag mit. Gleichwohl dĂŒrfte das Umsatzwachstum aber eher am unteren Ende der Prognosespanne liegen, sagte Finanzchef Bernd Metzner der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Mit Blick auf die Gewinnprognose soll das eine bessere ProfitabilitĂ€t wettmachen. Im kommenden Jahr soll das Wachstum zudem wieder anziehen.

Die Aktien legten kurz nach dem Handelsstart deutlich auf 108 Euro zu, schwĂ€chelten dann aber etwas. Zuletzt hielten sich die Papiere knapp in der Gewinnzone. Investoren seien mit Blick auf die Jahresziele vorsichtig gewesen, schrieb Analyst Olivier Calvet von der Schweizer Großbank UBS in einer ersten EinschĂ€tzung. Das Gerresheimer-Management habe diese nun aber bestĂ€tigt. Ähnlich Ă€ußerte sich David Adlington von JPMorgan: Die BestĂ€tigung der Ziele sollte fĂŒr Erleichterung sorgen, vor allem, falls das Management die Zuversicht der Anleger am Vormittag in der Telefonkonferenz untermauern könne.

Den Lagerabbau bekam erneut vor allem das GeschĂ€ft mit pharmazeutischen PrimĂ€rverpackungen der Sparte PPG rund um Glas-FlĂ€schchen, Karpulen und Ampullen zu spĂŒren. So hatten viele Pharmaunternehmen in der Corona-Pandemie mehr gekauft, als sie am Ende brauchten. Diese BestĂ€nde bauen sie daher erst einmal ab. Die Erlöse der Sparte sanken im zweiten Quartal denn auch erneut.

Besser lief es im GeschĂ€ftsbereich Plastics & Devices mit dem Fokus unter anderem auf Kunststoffverpackungen, vorfĂŒllbare Spritzen, Inhalatoren und Pens. Der Bereich wuchs im zweiten Quartal zwar langsamer als zum Jahresstart, brachte es aber noch auf ein Umsatzplus von 6,7 Prozent.

Insgesamt schaffte Gerresheimer im zweiten GeschĂ€ftsquartal (bis Ende Mai) ein Umsatzwachstum von gut einem halben Prozent auf 502,4 Millionen Euro. Aus eigener Kraft - also vor Übernahmen und Wechselkurseffekten - betrug das Wachstum 0,7 Prozent, womit sich fĂŒr das erste Halbjahr ein Anstieg von 1,7 Prozent ergibt. Im Gesamtjahr sollen es weiterhin plus 5 bis 10 Prozent aus eigener Kraft werden, wobei nun eher das untere Ende im Fokus steht. Im kommenden Jahr sollen es dann wieder plus 10 bis 15 Prozent werden.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) soll 2024 organisch 430 bis 450 Millionen Euro erreichen. Nach einer Stagnation bei gut 107 Millionen Euro im zweiten Jahresviertel stehen hier nach sechs Monaten gut 188 Millionen Euro in den BĂŒchern.

Unter dem Strich entfiel auf die Anteilseigner im ersten Halbjahr ein Ergebnis von 45,5 Millionen Euro nach 46,5 Millionen ein Jahr zuvor. Das lag unter anderem an höheren Abschreibungen.

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