Gaspreis steigt 30 Prozent wegen Krieg im Nahen Osten
09.03.2026 - 09:04:34 | dpa.deAn der Börse in Amsterdam sprang die Notierung fĂŒr den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat zum Handelsbeginn um rund 30 Prozent auf 69,50 Euro je Megawattstunde (MWh) nach oben. Im frĂŒhen Handel ist der Preis wieder ein StĂŒck weit zurĂŒckgefallen, auf 61,80 Euro. Das sind immer noch etwa 16 Prozent mehr als am Freitag.
Mit dem aktuellen Preisanstieg hat sich europĂ€isches Erdgas seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran vor mehr als einer Woche in etwa verdoppelt. Dies ist der stĂ€rkste Anstieg seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine von vier Jahren. Die globalen EnergiemĂ€rkte sind durch den Krieg im Nahen Osten stark beeintrĂ€chtigt. Der Transport von FlĂŒssiggas aus den Förderregionen am Persischen Golf durch die wichtige StraĂe von Hormus ist durch den Krieg faktisch zum Erliegen gekommen.
Der Preissprung beim Erdgas folgte zeitgleich zu einem Ălpreisanstieg auf ĂŒber 100 US-Dollar pro Barrel (159 Liter), da weitere groĂe Produzenten im Nahen Osten ihre Produktion drosselten. Auch der Preis fĂŒr Erdgas in den USA ist zuletzt gestiegen.
Nach EinschĂ€tzung von Marktbeobachtern befindet sich der Gasmarkt in Europa in einer schwierigen Lage, da die Gasspeicher nach dem Winter einen vergleichsweise niedrigen FĂŒllstand haben. Das bedeutet, dass in diesem Sommer zugekauft werden muss, um die Speicher wieder aufzufĂŒllen. Dabei konkurrieren die europĂ€ischen Versorger mit KĂ€ufern in Asien um die begrenzten Liefermengen, falls Lieferungen aus dem Nahen Osten ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum ausbleiben.
"Der Markt erkennt allmÀhlich die RealitÀt anhaltender LieferengpÀsse", sagte Florence Schmit, Analystin bei der Rabobank. Sie geht davon aus, dass die LieferengpÀsse etwa drei Monate andauern könnten.
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