Produktion/Absatz, Börsengang

GroßaktionĂ€r MFE: ProSiebenSat.1 soll Fernseh-KerngeschĂ€ft vom Rest abspalten

21.03.2024 - 08:42:50

Der ProSiebenSat.1-GroßaktionĂ€r DE000PSM7770 Media For Europe (MFE) fordert die Aufspaltung des Medienkonzerns.

Das wichtige Entertainment-FernsehgeschĂ€ft solle von den "RandaktivitĂ€ten" E-Commerce und Dating separiert werden, um den Fokus auf das KerngeschĂ€ft zu lenken, teilte der MailĂ€nder Medienkonzern am Donnerstag mit. Eine Abspaltung wĂŒrden zu zwei börsennotierten Unternehmen fĂŒhren. Einen entsprechenden Vorschlag zur Aufspaltung will MFE auf der ProSiebenSat1-Hauptversammlung am 30. April einbringen. In diesem Zuge plĂ€diert das Unternehmen um die Berlusconi-Familie auch fĂŒr die Aufnahme eines M&A-Experten in den Aufsichtsrat.

ProSiebenSat.1 ist in drei Segmente gegliedert: Das Entertainment-GeschĂ€ft mit dem HerzstĂŒck Joyn war 2023 fĂŒr zwei Drittel des Konzernumsatzes verantwortlich, vor allem durch Werbung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Rund 80 Prozent des um Sondereffekte bereinigten operativen Ergebnisses (Ebitda) kommen aus dem KerngeschĂ€ft.

Ein Dorn im Auge sind MFE dagegen die Dating-Sparte (ParshipMeet Group) sowie das E-Commerce-GeschĂ€ft mit Unternehmen wie Flaconi, Verivox und Jochen Schweizer Mydays - von all diesen soll sich ProSiebenSat.1 nach dem Willen von MFE verabschieden. "Der ProSiebenSat.1-Vorstand hat wiederholt seine Absicht zur Separierung der Segmente geĂ€ußert, insoweit aber bislang keine wesentlichen Fortschritte erzielt", argumentierte der GroßaktionĂ€r.

Erst am Mittwoch hatte der ProSiebenSat.1-Aufsichtsratschef Andreas Wiele fĂŒr einen schnellen Konzernumbau mit Fokus auf das Fernsehen und Streaming plĂ€diert. "Ein Mischkonzern, der in vielen Bereichen tĂ€tig ist, hat noch nie funktioniert, vor allem nicht im MediengeschĂ€ft", sagte Andreas Wiele im Interview mit der "SĂŒddeutschen Zeitung".

@ dpa.de | DE000PSM7770 PRODUKTION/ABSATZ