Prothesenhersteller Ottobock wird optimistischer - Aktie legt zu
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 10:24 Uhr | dpa.de"Wir blicken auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr zurĂŒck, in dem wir uns durch starkes organisches Wachstum schneller als der Markt entwickelt haben", sagte Unternehmenschef Oliver Jakobi am Donnerstag laut Mitteilung. An der Börse kamen die Quartalszahlen gut an.
Der Konzern steigerte den Umsatz in den drei Monaten bis Ende Juni um 9,7 Prozent auf 458 Millionen Euro. Im KerngeschÀft erzielte Ottobock ein Plus von 10,7 Prozent auf 440 Millionen Euro. Dabei ist unter anderem das RollstuhlgeschÀft ausgeklammert, dessen Verkauf Mitte Juni mitgeteilt wurde. So konzentriert sich Ottobock auf wachstums- und margenstÀrkere Bereiche.
Im KerngeschÀft stieg der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 23 Prozent auf 122,7 Millionen Euro, die entsprechende Marge stieg um 2,8 Prozentpunkte auf 27,9 Prozent. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen mit 48,5 Millionen Euro gut viermal so viel wie im Vorjahr.
Dabei profitierte Ottobock vor allem von guten GeschÀften in der europÀischen Region EMEA, wÀhrend der Umsatz aus eigener Kraft in der Region Americas nur leicht zulegte und im asiatisch-pazifischen Raum sogar etwas sank. Letzteres liege aber auch an starken Vorjahreszahlen und Timing-Effekten, hieà es vom Unternehmen.
Branchenexperte Henrik Paganetty vom Investmenthaus Jefferies sprach in einer ersten Reaktion von starken Quartalszahlen. WĂ€hrend der Umsatz im KerngeschĂ€ft auf dem Niveau der Markterwartung liege, ĂŒbertreffe der operative Gewinn im KerngeschĂ€ft diese. Dabei hĂ€tten ein vorteilhafter Produktmix, Beschaffungseffizienzen und fortgesetzte Kostendisziplin die Gewinnmarge angetrieben.
Ottobock-Chef Jacobi traut dem Unternehmen 2026 nun denn auch in der Tendenz mehr Wachstum sowie eine höhere ProfitabilitĂ€t zu als bisher. FĂŒr den Umsatz aus eigener Kraft im KerngeschĂ€ft hob er das untere Ende der angepeilten Wachstumsspanne um einen Prozentpunkt an und geht von einem Plus von sechs bis acht Prozent aus.
Davon sollen vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereffekten nun mehr als 27 Prozent ĂŒbrig bleiben. Zuvor hatte das Management mehr als 26,5 Prozent in Aussicht gestellt.
Der Aktienkurs des seit vergangenen Herbst an der Börse notierten Unternehmens legte am Vormittag um 3,40 Prozent auf 60,90 Euro zu, was einen der vorderen PlÀtze im Nebenwerte-Index SDax bedeutete. Damit hat sich der Kurs seit Mitte Juli nun um rund ein Viertel erholt. Der Ausgabepreise im Oktober 2025 hatte 66 Euro betragen.
