Rechnungshof, RBB

Berliner Rechnungshof: RBB muss weiter sparen

05.03.2026 - 18:01:37 | dpa.de

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) muss nach EinschÀtzung des Berliner Rechnungshofs weiter sparen, um langfristig handlungsfÀhig zu bleiben.

Das geht aus einem neuen Beratungsbericht an Senat und Abgeordnetenhaus hervor.

Demnach hat der Sender seine finanzielle Lage mit umfangreichen Sparmaßnahmen seit 2023 zwar deutlich verbessert. Dauerhaft sichern könne der RBB seine wirtschaftliche StabilitĂ€t aber nur, wenn der eingeschlagene Sparkurs konsequent fortgesetzt werde.

Reformdruck auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Der Rechnungshof nennt in dem Bericht verschiedene mögliche Maßnahmen, die der Gesetzgeber prĂŒfen könne, um die finanzielle Situation des Senders zu verbessern. Dazu gehört etwa eine ÜberprĂŒfung der Zahl der Hörfunkprogramme. DarĂŒber hinaus regt der Rechnungshof an, zu untersuchen, ob der RBB wieder stĂ€rker ĂŒber Werbung finanziert werden kann.

RBB-Intendantin Ulrike Demmer teilte auf Anfrage mit, dass die sorgfĂ€ltige PrĂŒfung die Notwendigkeit des erneuten, umfangreichen und nachhaltigen Sparprogramms bestĂ€tige, das der RBB Anfang 2025 aufgelegt habe. Der RBB habe Wort gehalten und sei wieder zahlungs- und zukunftsfĂ€hig.

Der Sender teilte mit, dass man an anderen vom Rechnungshof benannten Themen arbeite. Demmer sagte, der Rechnungshof erwarte, dass der Sender das Reformtempo hoch halte - das sehe der RBB ganz genauso und fĂŒhle sich darin bestĂ€rkt.

Der Bericht entstand unter anderem vor dem Hintergrund der Reform des Rundfunkstaatsvertrags. Dieser war am 1. Dezember 2025 in Kraft getreten. Neben dem Abbau von Doppelstrukturen und einzelnen Spartenprogrammen sieht die Reform auch vor, dass ARD, ZDF und Deutschlandradio stÀrker auf die Einbindung der Zuschauer achten sollen.

Schatten der Schlesinger-AffÀre

Der RBB steht seit VorwĂŒrfen gegen die frĂŒhere Intendantin Patricia Schlesinger im Jahr 2022 unter besonderer Beobachtung. Damals ging es unter anderem um mögliche Vetternwirtschaft und Ausgaben etwa fĂŒr Dienstwagen mit Massagesitzen, luxuriöse Ausstattung in der Intendanz, Essen auf Senderkosten bei der Intendantin zu Hause, Dienstreisen, intransparente Zulagen fĂŒr FĂŒhrungskrĂ€fte und ein gestopptes Millionen-Bauprojekt fĂŒr die Redaktion.

Schlesinger, die die VorwĂŒrfe zurĂŒckwies, musste gehen. Die GeschĂ€ftsleitung wurde ausgewechselt. Der öffentlich-rechtliche Sender kĂ€mpft heute noch mit den Folgen, die Aufarbeitung ist noch nicht abgeschlossen.

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