Russischer, Botschafter

Russischer Botschafter warnt EU vor 'Diebstahl'

16.10.2025 - 16:51:51

Der russische Botschafter Sergej Netschajew hat die PlĂ€ne zur Nutzung des in der EU eingefrorenen russischen Vermögens fĂŒr die AufrĂŒstung der Ukraine als "Diebstahl" bezeichnet und mit Konsequenzen gedroht.

"Jegliche ohne Zustimmung Russlands erfolgte VerfĂŒgung ĂŒber souverĂ€ne russische Vermögenswerte, ungeachtet der Machenschaften der EuropĂ€ischen Kommission, ist nichts anderes als Diebstahl", heißt es in einer von der Botschaft verbreiteten Stellungnahme des Chefdiplomaten.

Merz will zinsfreie Kredite von 140 Milliarden Euro ermöglichen

Zuvor hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in seiner RegierungserklĂ€rung im Bundestag seinen Vorschlag fĂŒr die Nutzung des russischen Vermögens bekrĂ€ftigt, fĂŒr den er sich beim EU-Gipfel in der nĂ€chsten Woche in BrĂŒssel einsetzen will. Er will das in Belgien eingefrorenen Vermögen der russischen Zentralbank fĂŒr zinsfreie Kredite fĂŒr die Ukraine in Höhe von insgesamt 140 Milliarden Euro nutzen. Der russische PrĂ€sident Wladimir Putin mĂŒsse erkennen, "dass unsere UnterstĂŒtzung der Ukraine nicht nachlĂ€sst, sondern zunimmt - und dass er nicht damit rechnen kann, dass er den lĂ€ngeren Atem hĂ€lt", sagte der Kanzler.

Netschajew: "Aus völkerrechtlicher Sicht nichtig"

Russland warne "nachdrĂŒcklich" vor einem solchen Vorgehen, kommentierte Netschajew die PlĂ€ne. "Diebstahl ist ein Verbrechen. Ein derartiger Schritt wĂŒrde das Ansehen der EuropĂ€ischen Union als verlĂ€sslichen Zufluchtsort fĂŒr souverĂ€ne Finanzreserven vollstĂ€ndig zerstören." Das Vertrauen in den Finanzsektor der EU und den Euro wĂŒrde so untergraben, ein Kapitalabfluss ausgelöst und das Investitionsklima verschlechtert.

"Und selbstverstĂ€ndlich wĂŒrde dieser aus völkerrechtlicher Sicht nichtige Schritt nicht ohne Konsequenzen bleiben, wobei die gesamte Verantwortung dafĂŒr bei der EU und deren Mitgliedsstaaten liegen wĂŒrde", fĂŒgte Netschajew hinzu. Welche Konsequenzen er meint, ließ er offen.

@ dpa.de