ABB steigert Marge auf neues Niveau - Auftragsentwicklung enttÀuscht
18.07.2024 - 09:37:37Das Unternehmen ist im zweiten Quartal 2024 leicht gewachsen und hat dabei den Gewinn deutlich gesteigert. Die operative Gewinnmarge erreichte gar ein neues Allzeithoch. Die Prognose fĂŒr das Gesamtjahr wird bestĂ€tigt. Analysten bemĂ€ngelten aber vor allem die Entwicklung beim Auftragseingang. Die in diesem Jahr sehr gut gelaufene Aktie fiel zu Handelsbeginn deutlich um zuletzt gut 6 Prozent.
Der Umsatz stieg von April bis Juni um 1 Prozent auf 8,24 Milliarden US-Dollar, wie ABB am Donnerstag mitteilte. Bereinigt um WÀhrungs- und Portfolioeffekte zogen die VerkÀufe gar um 4 Prozent an.
Die Analysten heben in ihren Kommentaren den Auftragseingang und den Umsatz als die schwachen Punkte hervor, die hohe operative Marge und die positive Book-to-bill-ratio als die positiven. Goldman Sachs zieht daraus das Fazit, dass sich die KonsensschĂ€tzungen fĂŒr das Gesamtjahr kaum Ă€ndern dĂŒrften und die Aktie angesichts der rasanten Entwicklung der vergangenen Monate am Berichtstag einen schweren Stand haben dĂŒrfte.
FĂŒr weitere Kursavancen brĂ€uchte es also mehr als das am Morgen gezeigte. So bilanziert auch JPMorgan die Zahlen insgesamt als schwĂ€cher als erwartet. Die US-Bank verweist darauf, dass die hohe Marge von einem Einmaleffekt profitiert habe.
Mit der höheren Auslastung stieg auch die ProfitabilitĂ€t. Die operative Marge (Ebita) erhöhte sich um 1,5 Prozentpunkte auf 19,0 Prozent, wie ABB weiter mitteilte. Der Reingewinn rĂŒckte dabei um 21,0 Prozent auf 1,096 Milliarden US-Dollar vor. Der operative Hebeleffekt der höheren Volumen und ein positiver Preiseffekt hĂ€tten die leicht gestiegenen Ausgaben fĂŒr Forschung und Entwicklung sowie die Vertriebs-, allgemeinen und Verwaltungskosten (SG&A) mehr als ausgeglichen, hieĂ es zur BegrĂŒndung fĂŒr die rekordhohe Marge.
Das zweite Quartal sei ein weiterer Beleg dafĂŒr, dass die operativen Ănderungen aufgrund der EinfĂŒhrung des "ABB Way" im Jahr 2020 ABB dauerhaft zu einem gut funktionierenden Unternehmen machten, lĂ€sst sich in der Mitteilung der Ende des Monats abtretende Chef Björn Rosengren zitieren. "Insgesamt bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden."
Trotz des hohen Umsatzniveaus sei ein positives Book-to-Bill-VerhĂ€ltnis von 1,02 erzielt worden. Rosengren zeigt sich "zuversichtlich, dass wir im Gesamtjahr 2024 ein positives Book-to-Bill-VerhĂ€ltnis erzielen werden." Der Auftragseingang, blieb auf vergleichbarer Basis stabil bei 8,44 Milliarden, nahm indes in US-Dollar um 3 Prozent ab. GestĂŒtzt hĂ€tten hier deutliche Verbesserungen in den GeschĂ€ftsbereichen Elektrifizierung und Prozessautomation.
Auf der anderen Seite sei die Entwicklung insbesondere in der Division Machine Automation im GeschĂ€ftsbereich Fertigungsautomation und im E-Mobility-GeschĂ€ft schwach gewesen. Auch der Auftragseingang im GeschĂ€ftsbereich Antriebstechnik war im Vergleich zum starken Vorjahr rĂŒcklĂ€ufig.
Im kurzzyklischen GeschĂ€ft haben die AuftrĂ€ge nach mehreren Quartalen des RĂŒckgangs erstmals wieder zugelegt. Zudem zeigt sich im Projekt- und SystemgeschĂ€ft eine laut ABB "intakte und robuste Projektpipeline". Mit Blick auf den Bereich Robotik seien die AuftrĂ€ge aus der Automobilindustrie zurĂŒckgegangen, hĂ€tten jedoch in der allgemeinen Industrie und den konsumnahen Segmenten zugelegt.
Die Prognosen fĂŒr das Gesamtjahr 2024 bestĂ€tigt ABB. Weiterhin wird demnach eine operative Ebita-Marge von rund 18 Prozent erwartet sowie ein Umsatzwachstum auf vergleichbarer Basis von rund 5 Prozent.
FĂŒr das dritte Quartal 2024 verspricht sich ABB ein höheres Wachstum des vergleichbaren Umsatzes als im zweiten Quartal sowie eine operative Ebita-Marge von rund 18,5 Prozent oder leicht darunter.

