Neuer Symrise-Chef will ProfitabiltÀt vorantreiben
12.06.2024 - 11:05:49"Es ist die Zeit fĂŒr Konsolidierung", sagte der Vorstandsvorsitzende des Herstellers von Duftstoffen und Aromen am Dienstagabend in einer GesprĂ€chsrunde mit Journalisten in Frankfurt. Parisots VorgĂ€nger, Heinz-JĂŒrgen Bertram, hatte das Wachstum nach seinem Amtsantritt 2009 mit zahlreichen ZukĂ€ufen vorangetrieben. Investoren schĂ€tzten Bertram sehr. Der Aktienkurs stieg wĂ€hrend seiner Amtszeit um fast 900 Prozent. Sie fordern neben dem starken Wachstum aber auch eine höhere ProfitabilitĂ€t. Vom Umsatz soll kĂŒnftig anteilig also mehr Gewinn ĂŒbrig bleiben. Ein grundlegender Richtungsschwenk steht dem Dax-Unternehmen DE0008469008 aber nicht ins Haus, vielmehr spricht Parisot von "Evolution".
Nach den Ăbernahmen der vergangenen Jahre stĂŒnden etwa Angleichungen von IT-Systemen und eine ĂberprĂŒfung des GeschĂ€ftsportfolios auf dem Plan. Aber auch der Einkauf mit teils sehr vielen Zulieferern bestimmter Rohstoffe und die Anzahl tausender teils sehr individueller Produkte stehen auf der PrĂŒfliste. Parisot spricht hier von einer Rationalisierung. Als eine Lösung sieht er gewisse Standard-Basisprodukte, die dann nach Kundenwunsch konfiguriert und individualisiert werden.
Zur Disposition könnte unter Parisot etwa der Bereich Aqua Feed rund um das GeschĂ€ft mit Zusatzstoffen fĂŒr Futtermittel fĂŒr Aquakulturen stehen. Das GeschĂ€ft schwanke stark und die Margen seien nicht besonders hoch, erklĂ€rte der Manager. DarĂŒber mĂŒsse nachgedacht werden.
Beim GeschĂ€ftsausbau stehen derweil etwa Gesundheitsanwendungen im Fokus. Dabei dĂŒrften auch die schwedischen Unternehmen Probi und Swedencare SE0015988167 eine Rolle spielen. An Probi, einem Hersteller von Probiotika fĂŒr die Kosmetik- und die Lebensmittelindustrie, hĂ€lt Symrise rund 70 Prozent. Die Beteiligung an Swedencare hat der Dax-Konzern mittlerweile auf mehr als 40 Prozent ausgebaut. Das Unternehmen bietet NahrungsergĂ€nzungsmittel fĂŒr die Mundhygiene von Tieren an.
Konkret zu seinen Vorstellungen dĂŒrfte sich Parisot dann im Oktober im Zuge eines geplanten Strategieupdates Ă€uĂern. Das mittelfristige Umsatzziel von 7,5 bis 8 Milliarden Euro im Jahr 2028 steht derweil, wie er am Dienstagabend sagte. Zum Vergleich: 2023 erlösten die Niedersachsen gut 4,7 Milliarden Euro. Das Wachstum aus eigener Kraft soll dabei weiterhin durchschnittlich 5 bis 7 Prozent pro Jahr erreichen. Hinzu kommen ergĂ€nzende Ăbernahmen. Als Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sollen mittelfristig 20 bis 23 Prozent hĂ€ngen bleiben. 2023 hatte diese Ebitda-Marge unter dem unteren Ende der Zielspanne gelegen.

