SPD, Cum-ex-Ausschuss

SPD sieht Hamburger Cum-ex-Ausschuss als Gewinn fĂŒr Scholz

05.12.2024 - 11:24:36

Der SPD-Obmann im Hamburger Cum-ex-Untersuchungsausschuss, Milan Pein, sieht in der Arbeit des Gremiums einen Gewinn fĂŒr Bundeskanzler Olaf Scholz.

Es habe den Vorwurf gegeben, die Warburg Bank sei im Cum-ex-Skandal aufgrund von politischer Einflussnahme geschont worden, dieser Vorwurf sei "vollstĂ€ndig ausgerĂ€umt", sagte Pein dem "Spiegel". "Insofern hat der Ausschuss damit Olaf Scholz und der SPD am Ende eher genutzt." Der Fall reicht zurĂŒck in die Zeit, als Scholz noch Hamburger BĂŒrgermeister war. Ende 2016 verzichtete die Hamburger Finanzverwaltung wegen juristischer Bedenken zunĂ€chst darauf, wegen Cum-ex mehr als 40 Millionen Euro von der Warburg Bank zurĂŒckzufordern.

Kurz zuvor hatte Scholz den damaligen Warburg-Aufsichtsratschef Christian Olearius empfangen. Die Bank bestritt, die Cum-ex-GeschĂ€fte betrieben zu haben. Am Freitag muss der Kanzler erneut im Untersuchungsausschuss als Zeuge aussagen. Scholz steht in der Kritik, weil er angab, er habe an insgesamt drei Termine mit Olearius in der Sache keine Erinnerung. Er bestĂ€tigte die Termine aber auf Grundlage seines Kalenders. Im Ausschuss haben sĂ€mtliche dazu befragten Zeugen eine politische Einflussnahme verneint. Pein sagte, die Entscheidung der Finanzverwaltung Ende 2016 sei "richtig" gewesen. Es sei damals "sehr schwer" gewesen, Cum-ex nachzuweisen, auch weil Warburg nicht kooperiert habe. "Heute steht fest, was damals unklar war: Die Warburg-Leute haben gelogen, sie haben in großem Stil Cum-ex-GeschĂ€fte betrieben." Bei Cum-ex-GeschĂ€ften haben sich Banken und andere Finanzakteure Steuern erstatten lassen, die nie bezahlt worden waren. Warburg hat inzwischen sĂ€mtliche Cum-ex-Gutschriften zurĂŒckgezahlt. Die Summe belĂ€uft sich inklusive Zinsen auf mehr als 240 Millionen Euro.

@ dts-nachrichtenagentur.de