Krankenkassen-Verband, Anhebung

Krankenkassen-Verband warnt vor Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze

25.04.2026 - 08:52:58 | dpa.de

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) Ă€ußert sich kritisch zur geplanten Zusatzbelastung fĂŒr Gutverdiener bei den KassenbeitrĂ€gen.

Es geht um die angekĂŒndigte außerordentliche Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze. "Eine zusĂ€tzliche Belastung von Versicherten und Arbeitgebern darf nur das allerletzte Mittel der Wahl sein", sagte Verbandschef Oliver Blatt der "Rheinischen Post". Er warnte, dass freiwillige GKV-Mitglieder in diesem Fall in die private Krankenversicherung wechseln könnten.

Das Bundeskabinett soll kommende Woche ein Sparpaket von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken fĂŒr die Krankenversicherung auf den Weg bringen. Der Referentenentwurf sieht auch vor, dass die Beitragsbemessungsgrenze im Jahr 2027 einmalig um rund 300 Euro zusĂ€tzlich angehoben wird. Aktuell liegt diese Grenze, die jĂ€hrlich angepasst wird, bei 5.812,50 Euro. Bis zu dieser Schwelle des Brutto-Monatsgehalts werden VersicherungsbeitrĂ€ge fĂ€llig, vom darĂŒber liegenden Gehalt werden keine BeitrĂ€ge mehr abgezogen.

GKV-Chef: Die Ausgaben sind das Problem

"Wir haben grundsÀtzlich genug Geld im System", sagte Blatt. Die Ausgaben seien das Problem, "da geht die Regierung jetzt ran und das ist richtig".

Er warnte: "Selbst ein kleiner Anteil von Mitgliedern, die abwandern, bedeutet, dass die Mehreinnahmen wiederum durch BeitragsausfĂ€lle gemindert werden. Dies wĂŒrde uns dann auch nicht weiterhelfen." Er sei fest davon ĂŒberzeugt, dass die gesetzliche Krankenversicherung sehr attraktiv sei. "Gleichwohl sollten wir sie an dieser Stelle nicht schwĂ€chen."

Warkens Gesetzentwurf soll die gesetzlichen Krankenkassen im nĂ€chsten Jahr um 19,6 Milliarden Euro entlasten. Dies soll erneute Anhebungen der ZusatzbeitrĂ€ge verhindern. Vorgesehen sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche - aber auch höhere Zuzahlungen fĂŒr Medikamente und EinschrĂ€nkungen der Mitversicherung von Ehepartnern.

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