Ergebnisse, Produktion/Absatz

Puma enttÀuscht im vierten Quartal - Sparprogramm geplant

23.01.2025 - 11:00:49 | dpa.de

Der Sportartikelkonzern Puma DE0006969603 hat im Schlussquartal 2024 mehr verdient, doch zugleich die Markterwartungen deutlich verfehlt.

Analysten zeigten sich enttĂ€uscht, und an der Börse gab es am Donnerstag die Quittung mit einem massiven Kursrutsch. Unterdessen kĂŒndigte Puma-Chef Arne Freundt ein neues Effizienzprogramm an, um kĂŒnftig wieder profitabler zu werden. 2025 will das Unternehmen zudem schneller wachsen.

Im letzten Jahresviertel 2024 war der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Jahresvergleich von 94 Millionen auf 109 Millionen Euro gestiegen, wie das Unternehmen am Mittwochabend in Herzogenaurach mitgeteilt hatte. Analysten hatte im Schnitt 131 Millionen Euro erwartet. Das Konzernergebnis legte von 1 auf 24 Millionen Euro zu.

Die Aktie musste nach diesen Nachrichten am Donnerstag herbe AbschlĂ€ge hinnehmen. Mit einem Minus von fast 17 Prozent sackte das Papier im frĂŒhen Handel auf rund 35 Euro ab. Am Vortag hatten die Papiere noch gemeinsam mit Adidas DE000A1EWWW0 auf gute Quartalszahlen des Konkurrenten positiv reagiert. Adidas-Anteile zeigten sich zuletzt vom Puma-Kursrutsch unbeeindruckt und notierten kaum verĂ€ndert.

Laut einem Börsianer wurden Puma-Anleger auf dem falschen Fuß erwischt, nachdem Adidas besser abgeschnitten hatte als erwartet. "Bei Adidas wird noch Samba getanzt", sagte er in Anlehnung an kultige Trend-Sneaker des Sportartikelherstellers. Der Puma hingegen werde seinem Ruf als "schnelle Katze" nicht gerecht.

Bei Puma gebe es mehr Fragen als Antworten, schrieb Barclays -Analystin Wendy Liu in einem ersten Kommentar. Das Bankhaus Metzler Ă€ußerte sich Ă€hnlich, denn es stĂŒnden Fragezeichen hinter den Lifestyle-Verkaufstrends. Analyst Felix Dennl nahm daher die schwachen Eckdaten und fehlenden Spielraum fĂŒr steigende Markterwartungen zum Anlass, um die bisherige Kaufempfehlung fĂŒr Puma aufzugeben.

Adidas steht kursmĂ€ĂŸig schon lĂ€nger besser da als Puma. Binnen zwölf Monaten haben die Adidas-Aktien gut die HĂ€lfte an Wert gewonnen, wĂ€hrend das Minus bei Puma in dieser Zeit auf fast ein FĂŒnftel angewachsen ist. Puma hat vor allem den Jahresstart vermasselt, denn 2025 hat sich schon ein Kursminus von knapp 22 Prozent angehĂ€uft. Adidas dagegen hat in diesem Jahr rund neun Prozent zugelegt.

Es gab aber nicht nur Kritik fĂŒr Puma am Donnerstag. Analyst Jörg Frey von Warburg Research betonte, der Konzern habe im vierten Quartal die Erwartungen zwar verfehlt und Margenziele angepasst; dennoch gebe es auch eine positive Sichtweise, denn Puma erwartete immer noch eine Wachstumsbeschleunigung im neu angelaufenen Jahr.

"Wir erwarten, dass wir 2025 stÀrker wachsen als 2024", hatte Puma-Chef Arne Freundt am Mittwoch bei der Vorlage der vorlÀufigen Zahlen gesagt.

2024 steigerte Puma den Umsatz um 2,5 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro. Dabei konnte das Unternehmen im Schlussquartal um 15,5 Prozent auf rund 2,3 Milliarden Euro zulegen. WĂ€hrungsbereinigt erzielte das Unternehmen ein Wachstum von 9,8 Prozent. Dies lag im Rahmen der SchĂ€tzungen. Dabei trugen alle Regionen zu dem Wachstum bei, angefĂŒhrt von der europĂ€ischen Region sowie China und Asien/Pazifik.

Unterdessen zielt das angekĂŒndigte Effizienzpropgramm darauf ab, bis 2027 eine Ebit-Marge von 8,5 Prozent zu erreichen. Direkte und indirekte Kosten sollen "optimiert" werden. "Dies beinhaltet Personalkosten, die wir auf strategische Wachstumsbereiche ausrichten werden", so Freundt ohne nĂ€here Details zu nennen. "In Kombination mit unserer Strategie zur StĂ€rkung der Marke ist es unser Ziel, langfristig eine operative Marge von 10 Prozent zu erreichen."

Im vergangenen Jahr erreichte die Ebit-Marge vorlĂ€ufigen Berechnungen zufolge 7,1 Prozent. Das Ebit lag mit 622 Millionen Euro auf Vorjahresniveau und am unteren Ende der von Puma ausgegebene Spanne von 620 bis 670 Millionen Euro. Analysten hatten hier im Schnitt rund 645 Millionen Euro erwartet. Das Konzernergebnis sank von 305 Millionen auf 282 Millionen Euro, was Puma auf einen höheren Nettozinsaufwand und ein höheres Ergebnis fĂŒr nicht beherrschende Anteile zurĂŒckfĂŒhrte.

Die ausfĂŒhrlichen Zahlen sowie den Ausblick fĂŒr 2025 will Puma am 12. MĂ€rz veröffentlichen.

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